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Donnerstag, 28.12.2017

Deutscher Trainer beklagt Olympia-Bann

Wolfgang Pichler wird die Arbeit mit russischen Biathleten von 2011 bis 2014 zum Verhängnis.

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Die russische Auswahl-Mission fällt Wolfgang Pichler nun auf die Füße.
Die russische Auswahl-Mission fällt Wolfgang Pichler nun auf die Füße.

© dpa

Der deutsche Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler behält sich nach seinem Ausschluss für die Olympischen Spiele in Pyeongchang rechtliche Schritte vor. „Ich berate mich mit einem guten, erfahrenen Rechtsanwalt. Und dann sehen wir weiter“, sagte Pichler dem Münchner Merkur und kritisierte: „Die demokratischen Grundregeln werden doch völlig missachtet. Ich fühle mich wie ein Spielball.“

Grund für den Olympia-Bann des 62 Jahre alten Ruhpoldinger, der derzeit als Nationaltrainer für die schwedischen Biathletinnen arbeitet, ist seine frühere Tätigkeit als Trainer der vom IOC lebenslang gesperrten Russinnen Olga Saizewa, Olga Wiluchina und Jana Romanowa.

„Da wurde wahrscheinlich ein Deal zwischen russischem Staat und IOC ausgehandelt und in der verfahrenen Situation eine Lösung gesucht“, sagte Pichler: „Und die armen Teufel sind jetzt wir: die Trainer und die Sportler.“ Pichler war von 2011 bis 2014 für die russischen Athletinnen zuständig gewesen, hatte aber nach eigener Auskunft keinen Einblick in die Dopingpraktiken gehabt.

„Ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nichts über russisches Doping. Ich habe auch rein gar nichts mitbekommen“, sagte Pichler. „Und wenn man die Laufzeiten der russischen Biathletinnen analysiert, müsste man sagen: Das muss aber ein schlechtes Doping gewesen sein. Die Zeiten waren doch so schwach.“

Die zweimalige Olympiasiegerin Saizewa und ihre Staffel-Kolleginnen hatten 2014 bei den Spielen in Sotschi Silber geholt. Die Oswald-Kommission des IOC sperrte sie und mehr als 30 weitere russische Olympia-Teilnehmer von 2014 im Zuge des Manipulations- und Dopingskandals um Gastgeber Russland.

Pichler sieht bei sich keine Schuld und bereut auch das Engagement beim schon jahrelang skandalumwitterten russischen Biathlon-Verband nicht. „Ich bin im Innersten mit mir im Reinen. Ich kann ruhigen Gewissens in den Spiegel schauen“, sagte er. Sein einziger Fehler sei gewesen, „dass ich gemeint habe, ich könnte Russland ändern. Ich dachte halt, dass ich das unter Kontrolle bekomme.“

Von 1997 bis 2002 hatte Pichler die Schwedin Magdalena Forsberg zu sechs Gesamtweltcup-Siegen in Serie geführt. Vergangene Woche hatte er gesagt: „Ich werde das Team so gut wie möglich vorbereiten. Wie üblich werde ich 150 Prozent geben, und während Olympia kann ich auch mit den Athleten skypen.“ (sid)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Biker

    Es ist immer die gleiche Ausrede: "Ich habe davon nichts gewusst." Wenn man als Trainer nicht merkt, dass seine Sportler dopen, taugt man in der Wurzel nichts. Dieses geheuchtelt Selbstmitleid des Herrn Pichler ist unerträglich. Jahrelang hat er das russische Staatsdoping mitgetragen und sicher gutes Geld dabei verdient, jetzt miemt er das unschuldige Opfer - Pfui Teufel!

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