Donnerstag, 23.05.2013

Deutsche-Bank-Co-Chef Jain überrascht Aktionäre mit Rede auf Deutsch

Anshu Jain, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Im Mittelpunkt der Hauptversammlung steht die Marktausrichtung der Bank, die sich in den vergangenen Monaten immer wieder mit Negativschlagzeilen konfrontiert gesehen hatte.
Anshu Jain, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Im Mittelpunkt der Hauptversammlung steht die Marktausrichtung der Bank, die sich in den vergangenen Monaten immer wieder mit Negativschlagzeilen konfrontiert gesehen hatte.

©dpa

Frankfurt/Main. Spricht er Deutsch oder nicht? Schon als Anshu Jain bei der Deutschen Bank als Kronprinz gehandelt wurde, trieb die Öffentlichkeit diese Frage um. Seit gut einem Jahr ist der gebürtige Inder mit britischem Pass Co-Chef des Instituts - bei der Hauptversammlung am Donnerstag wandte er sich nun erstmals auf Deutsch an die Aktionäre. „Dies ist ein bewegender Tag für mich. Jürgen Fitschen und ich sind beide rund 20 Jahre bei der Deutschen Bank“, sagte der 50-Jährige - noch etwas holprig, aber mit fester Stimme.

Der Investmentbanker verbrachte den Großteil seines Berufslebens in London. Ausgerechnet er sollte die Deutsche Bank führen?, fragten Kritiker vor seinem Amtsantritt. Der damalige Aufsichtsratschef Clemens Börsig beruhigte besorgte Anleger: „Herr Jain lernt Deutsch. Wie Sie wissen, ist Deutsch keine besonders leichte Sprache.“ Jain selbst warb am Donnerstag erneut um Geduld: „Ich hoffe, bei der nächsten Hauptversammlung ist mein Deutsch etwas besser.“

Mit persönlichen Worten schloss der Manager seine gut zehnminütige Rede: „In den vergangenen Monaten verbrachten meine Familie und ich viel Zeit hier in Deutschland. Wir trafen auf Freundlichkeit und Freundschaft. Wir bekamen Rat und Hilfe von so vielen Menschen. In der Deutschen Bank und im privaten Leben. Das tat gut.“ Vielen Dank dafür von mir, von uns.“

Bei dem Aktionärstreffen wurde jedoch auch deutlich, dass Jain weiterhin einen schweren Stand hat: Kaum hatte er das Wort ergriffen, wurde er von Zwischenrufen („Krisenprofiteure“) unterbrochen. Seine Rede auf Deutsch konnte Jain erst fortsetzen, nachdem Ordner eine Handvoll Störer aus dem Saal gebracht hatten. (dpa)

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