Montag, 03.12.2012

Deutsche Bahn will mehr Sonderzüge für Fußballfans anbieten

Das Unternehmen hofft bei bei seinen Bemühungen auch auf finanzielle Hilfe von Vereinen und DFL.

Von Oliver Teutsch

Frankfurt/Main. Die Deutsche Bahn will künftig mehr Sonderzüge für Fußballfans anbieten. Ziel sei es, den Fanreiseverkehr vom Regelverkehr zu entflechten, teilte das Unternehmen am Montag im Anschluss an einen Fan-Gipfel in Frankfurt am Main mit. Damit solle auch ein Aufeinandertreffen rivalisierender Fans verhindert werden. Ungeklärt ist derzeit aber noch, wie die Sonderzüge für die Fans preislich attraktiv werden könnten.

Anlass des Fan-Gipfels war die steigende Zahl von Gewalttdelikten in und um die Bahnhöfe. So registrierte die Bundespolizei in der vergangenen Saison 677 Gewaltdelikte im Bahngebiet und damit elf Prozent mehr als in der Saison 2010/2011. Auch die Zahl von Straftaten stieg im gleichen Zeitraum um zehn Prozent auf 2.828. Jedes Spielwochenende sind rund 100.000 Fußballfans in den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs. Die Bundespolizei setzt für die Sicherung der Züge jedes Wochenende bis zu 3.000 Beamte ein.

Dabei müssen die Bundespolizisten wegen des Kreuzungsverkehrs auch auf Umsteigebahnhöfen in Städten eingesetzt werden, in denen gar keine Fußballspiele stattfinden. Denn die meisten Fußballfans nutzen für die An- und Abreise von Auswärtsspielen meist vergünstigte Tickets, die häufiges Umsteigen erfordern. Der Einsatz von mehr Sonderzügen für Fans soll daher auch die Bundespolizei entlasten. „Wir versprechen uns davon, weniger Beamte einsetzen zu müssen", sagte ein Vertreter der Bundespolizei.

Problem der Finanzierung

Die Fan-Sonderzüge, von denen bislang zu besonderen Anlässen rund 40 bis 50 jährlich verkehren, fahren nach der Abfahrt meist ohne Halt direkt zum jeweiligen Spielort durch. Allerdings müssten die Züge noch deutlich preisgünstiger angeboten werden, damit sie von Fans auch tatsächlich genutzt werden. Die Deutsche Bahn erhofft sich dabei Unterstützung von den Vereinen und der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Vereine und DFL könnten durch die Mitfinanzierung ihren Beitrag zu einer Entschärfung der Problematik beitragen", sagte der DB-Verantwortliche für Konzernsicherheit, Gerd Becht.

An dem Fan-Gipfel in Frankfurt hatten am Montag fast 150 Vertreter von Vereinen, Fan-Organisationen, der Bundespolizei und aus der Politik teilgenommen, unter ihnen auch der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU). „Ich bin der Deutschen Bahn dankbar für diesen Gipfel, denn bislang gibt es ein Defizit der Kommunikation untereinander", sagte Caffier.

Auch der Leiter der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS), Michael Gabriel, begrüßte den Vorstoß der Bahn: „Wenn Fans ohne Umstieg direkt zum Spiel kommen und das zu einem guten Preis, ist das eine gute Option und spart Polizeikräfte." (dapd)