Montag, 21.01.2013

Deutsche Bahn will Dreck auf Bahnhofsdach entfernen

Flecken auf der Membran des Hauptbahnhofs sollen demnächst beseitigt werden. Im Streit um alte Risse wurde indes ein Gericht eingeschaltet.

Von Tobias Winzer

Dresden. Etwas mehr als 16 Jahre nach Sanierungsende bilden sich erste schwarze Flecken auf dem weißen Membrandach über dem Dresdner Hauptbahnhof. Über dem Bahnsteig19 sind sie zum Beispiel zu sehen. „Das ist eine normale Patina, die sich durch Umwelteinflüsse bildet“, sagte Bahnsprecher Jörg Bönisch gestern. „Das kann man aber ganz einfach wegputzen.“ Der Dreck soll bei der nächsten planmäßigen Reinigung der Konstruktion entfernt werden. Dass es sich bei den Flecken um Schimmel handelt, verneinte er. Die Bild-Zeitung hatte gestern darüber berichtet. „Wir werden uns die Flecken in Kürze noch einmal genauer ansehen. Schimmel ist aber ausgeschlossen.“

Im Streit um die mittlerweile geflickten Risse in der Kunststoff-Membran hat die Deutsche Bahn unterdessen das Dresdner Landesgericht eingeschaltet. „Dort läuft ein Beweissicherungsverfahren“, sagte Böhnisch. Das Unternehmen habe das Verfahren bereits vor etwa einem Jahr eingeleitet, um zu klären, wer an den Rissen schuld sei und für die durchgeführten Reparaturen zahlen müsse.

Durch Eisschollen hatten sich im Winter 2010/2011 bis zu zwei Meter lange Risse im 90,6 Millionen Euro teuren Dach gebildet. Um Bahnhofsbesucher vor herabfallendem Schnee zu schützen, hatte die Deutsche Bahn die beschädigten Stellen mit Netzen gesichert. Außerdem wurden Bereiche des Bahnhofs in der Nähe der Bahnsteige 3 und 17 abgesperrt. Bereits im Winter davor war das Membrandach an einem der Trichter eingerissen. Die neun entstandenen Risse wurden mittlerweile verschweißt.

Unklar ist jedoch, wer für die Kosten der Reparaturen aufkommt. Die Deutsche Bahn hatte die Konstruktion bei Heitkamp Ingenieurs- und Kraftwerksbau in Auftrag gegeben. Für die Bespannung des Daches war die Firma Skyspan als Subunternehmen zuständig. Wann das Beweissicherungsverfahren beendet sein soll, ist nicht bekannt.