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Der Ton wird sachlicher

Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie mir persönlich auf meinen Leserbrief antworteten. Das weiß ich sehr zu schätzen. Die SZ-Mitarbeiter leisten gute Arbeit, dafür möchten wir herzlich Danke sagen. Ihnen allen ein frohes und gesundes Weihnachtsfest! Hoffentlich können Sie im neuen Jahr von einer friedlicheren Welt berichten. MfG, Siglinda Funke

24.12.2016

Sehr geehrte Frau Funke,

vielen Dank für die freundlichen Worte. Sie tun Journalisten gut nach einem Jahr wie diesem. Ich möchte dieses Dankeschön gern an alle Leser weitergeben, die sich 2016 in Mails und Briefen an die Sächsische Zeitung wandten. Da waren Briefe über viele Seiten dabei, die viel Zeit und Mühe gekostet haben. Danke auch für diesen Vertrauensbeweis. Und dann können wir nur einen kleinen Auszug veröffentlichen ...

Jedenfalls haben alle, die ihre Gedanken der SZ anvertrauten, ihren wertvollen Beitrag geleistet zur Meinungsvielfalt in dieser Zeitung. Immer wieder schreiben Leser, wie wichtig ihnen diese Seite und diese Meinungsvielfalt ist. Im Mittelpunkt der Mails stand überraschend oft die Auseinandersetzung über die Rolle von Putin, Erdogan und – später im Jahr – Trump. Diese Themen waren zeitweise wichtiger als innenpolitische, sogar intensiver als die Auseinandersetzung um AfD und Pegida. Ein Teil der Leser sehen diese Staatsführer ungerecht behandelt. Die Debatte wird sicher weitergehen. Es wäre gut, wenn dabei benannt würde, welche Werte wichtig sind und für welche Putin und Erdogan stehen. Einiges Potenzial hat auch das Thema, welche Nachrichtenquellen zuverlässig sind. Leicht zu durchschauen ist das oft nicht. Heiß diskutiert wurde dieses Jahr die Rolle der Zeitung. Neben viel Lob wie von Ihnen, Frau Funke, hat ein Teil der Leser beklagt, dass sich Meinungsbeiträge in der SZ zu weit von ihrer Auffassung entfernt hätten. Oder umgekehrt. Vielen Lesern ist es deshalb wichtig, dass Journalisten klar zwischen Nachricht und Kommentar unterscheiden, um die Zeitung weiter als die ihre akzeptieren zu können. Wir nehmen diese Kritik ernst.

Ein positiver Trend zum Schluss: Die Debatte ist im Verlauf des Jahres alles in allem sachlicher und im Ton gemäßigter geworden. Eine wichtige Voraussetzung für vernünftigen Dialog. Danke deshalb auch an alle, die zur Versachlichung beigetragen haben. In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Fest.

Ihr Olaf Kittel

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