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Der Tag der ersten Tore

01.10.2017
Von Cornelius de Haas

er ersten Tore
Heidenheims Torwart Vitus Eicher liegt nach dem Treffer zum 0:1 mit dem Ball im Tornetz.

© dpa

Heidenheim. Dank einer starken Offensive hat der Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden den zweiten Auswärtssieg in dieser Saison gefeiert. Die Elf von Trainer Uwe Neuhaus gewann am Sonntag mit 0:2 (0:1) beim 1. FC Heidenheim und rückte um drei Plätze auf den zehnten Rang vor.

Wie erzielte Dynamo seine ersten Tore überhaupt in Heidenheim?

Nach einem feinen Angriff über die rechte Seite spielte Niklas Hauptmann an der Strafraumgrenze Erich Berko frei, der von der Heidenheimer Verteidigung nur unfair gestoppt werden konnte. Den fälligen Freistoß schlenzte Niklas Kreuzer in der 26. Minute an die Unterkante der Latte - von dort sprang der Ball zur Dresdner Führung ins Netz. Beim zweiten Treffer behauptete Haris Duljevcic den Ball nach einem langen Ball aus der Abwehr, legte auf Peniel Mlapa ab, der zunächst ein paar Meter lief und dann aus etwa 25 Meter trocken abzog. Trotz guter Sicht für FCH-Keeper Vitus Eicher schlug der Ball neben dem linken Pfosten ein - in der 53. Minute war das der erste Saisontreffer für den Neuzugang vom VfL Bochum.

Warum fehlte Aias Aosman?

Wie Bild berichtet, liegt dem Deutsch-Syrer ein überaus gut dotiertes Angebot aus Katar vor, das den 22-Jährigen mental aus der Bahn geworfen hat. Gegenüber Bild äußerte sich Dynamos Sportchef Ralf Minge wie folgt: „Aias steht nicht im Kader, weil er sich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt.“ Das Transferfenster des Wüstenstaates schließt am Montag. Ob es zu einem Wechsel des Mittelfeldspielers kommt, ist offen. „Damit beschäftigen wir uns erst, wenn belastbare Fakten auf dem Tisch liegen“, sagte Minge.

Wie machte sich Paul Seguin als Linksverteidiger?

Der 22-Jährige spielte anstelle des mit einer Zerrung fehlenden Fabian Müller und wirkte, als hätte er nie etwas anderes gespielt. Hinten zweikampfstark, sorgte er im Zusammenspiel mit den sich abwechselnden Haris Duljevic und Erich Berko für Belebung auf der linken Seite. Seine Antritte wirkten deutlich dynamischer als die Müllers oder bei Seguins Auftritten als Rechtsverteidiger.

Wie stand die Dresdner Defensive?

Im Großen und Ganzen recht souverän. Allerdings stellten die FCH-Stürmer Jannik Müller und Florian Ballas nicht wirklich vor Probleme. Somit bestand auch nicht die Notwendigkeit, das Ergebnis mit Wechseln abzusichern und so vermied Trainer Uwe Neuhaus trotz erneut fünf Minuten Nachspielzeit die zuletzt in Darmstadt akute Verunsicherung in den Schlussminuten.

Wie benahmen sich die Fans?

Nur eine Woche nach den Nebeltöpfen von Darmstadt und dem vom DFB angekündigten Ermittlungsverfahren brannten im prallgefüllten Gästefanblock kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit bengalische Fackeln. Dem eindringlichen Bitten des Stadionsprechers, das Abrennen von Feuerwerk bitte zu unterlassen, folgten die Dresdner Anhänger nach der dritten Fackel. Dafür starteten wenig später die Heidenheimer Fans Nebeltöpfe in den Farben der Ostwürttemberger. Bei einem Abschlag der Dresdner standen plötzlich FCH-Ultras auf dem Zaun (80. Minute) und sorgten für die Gefahr eines Spielabbruchs. Der Rest des Heidenheimer Publikums quittierten die Aktion mit „Ultras raus!“-Rufen. Nachdem die Fahnen abgenommen waren, folgten viele der Hardcore-Anhänger dieser Aufforderung und verließen das Stadion. „Ihr könnt nach Hause gehen“-Sprechchöre begleiteten den Abgang.

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