erweiterte Suche
Donnerstag, 19.01.2017

Der neue Mann der Spitze von GSH

Dr. Winfried Blümel hat eine Doppelfunktion. Er ist ebenfalls Geschäftsführer der addfinity-Gruppe, zu der das Harthaer Unternehmen gehört.

Von Sylvia Jentzsch

120 Mitarbeiter

Dr. Winfried Blümel hat die Geschäftsführung der GSH Sachsen übernommen und ist gleichzeitig der Geschäftsführer der addfinity-Holding, zu der GSH gehört.
Dr. Winfried Blümel hat die Geschäftsführung der GSH Sachsen übernommen und ist gleichzeitig der Geschäftsführer der addfinity-Holding, zu der GSH gehört.

© Dietmar Thomas

Hartha. Sie leben Kunststoff. So lautet der Slogan der addfitity testa GmbH, zu der auch die Firma GSH Sachsen GmbH in Hartha gehört. Und die will wachsen. Etwas größer ist sie schon geworden. Als die addfinity tesa GmbH 2010 die Harthaer Firma kaufte, hatten die Inhaber Tilo Schultz und Stefan Eylert ein Werk für Automobilteile in Blankenhain bei Weimar. Nun sind es schon vier etablierte mitteldeutsche Unternehmen der Kunststoffindustrie, die zur Gruppe gehören. „Die Gruppe macht 80 bis 90 Millionen Euro Umsatz im Jahr“, so Dr. Winfried Blümel. Er ist seit etwa einem halben Jahr sowohl Geschäftsführer der GSH als auch der addfinity-Gruppe.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das Unternehmen in Hartha. In den vergangenen Jahren wechselte die Geschäftsleitung häufig. Das soll sich mit dem promovierten Maschinenbauingenieur, der aus Thüringen stammt, ändern. Er will Kontinuität ins Werk bringen, es zu einem Unternehmen machen, das bei Arbeitnehmern einen guten Ruf hat und in dem es sich lohnt, sich zu engagieren und sich weiterzubilden. „Wir sind gut ausgelastet, arbeiten in drei Schichten. Aber wir können mehr“, so Dr. Blümel. Das Unternehmen habe viel Potenzial, auch wenn es für Außenstehende nicht leicht erkennbar ist. GSH will ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb werden.

Blümel hat ein klares Ziel. Er zeigt mit der Hand nach oben. Die Mitarbeiter des Harthaer Werkes hat er ins Boot geholt. „Sie wissen, wohin es geht“, sagt der Geschäftsführer. Wichtig seien vor allem qualifizierte Mitarbeiter. Die werden benötigt, um die modernen Maschinen zu bedienen. „Wer bereit ist, sich weiterzubilden, soll das auch bei der Entlohnung merken“, sagt Dr. Winfried Blümel. Dass sein Plan aufgehen kann, weiß der Geschäftsführer aus seiner langjährigen Berufserfahrung.

120 Mitarbeiter

1 von 4

Vor fast 22 Jahren wurde die heutige GSH Sachsen in Rochlitz gegründet.

Im Jahr 1999 zog die Firma ins Harthaer Gewerbegebiet.

Das Unternehmen wurde am 1. Juli 2010 von der GSH Sachsen GmbH erworben. Hinter der GSH Sachsen verbergen sich Gesellschafter der addfinity GmbH mit Sitz in München.

Zurzeit arbeiten 120 Mitarbeiter im Unternehmen.

Fast 14 Jahre arbeitete er bei Volkswagen in Wolfsburg. Er baute für VW Werke im Ausland auf und führte neue Technologien ein. Vor dem Wechsel zur addfinity-Gruppe war er Vorstand einer weltweit agierenden Aktiengesellschaft, die an fünf Standorten 3 500 Mitarbeiter hatte. Das Harthaer Unternehmen stellt überwiegend Produkte für die Bauindustrie her. „Das ist ein guter Markt, aber kein einfacher“, so Dr. Blümel. Man müsse clever und produktiv sein. Das wiederum bedürfe einer intelligenten Produktion, sagt der Geschäftsführer. Um künftig Lehrlinge zu guten Mitarbeitern ausbilden zu können, war das Unternehmen auch beim Berufsinformationstag in der Hartharena dabei.

Der Geschäftsführer schätzt ein, dass die Kombination von Druck- und Spritzguss gut ist, da dadurch verschiedene Handelsbereiche abgedeckt werden können. Im Kunststoffspritzbereich sind das unter anderem Teile für Konsumsgüter, im Zink-Druckgussbereich werden vor allem Teile wie Riegel oder Zapfen für Fenster und Türen gefertigt.

GSH ist ein Dienstleistungsunternehmen und hat selbst keine Produkte. Es stellt die Teile im Auftrag des Kunden her. Meist sind es nur Komponenten für Produkte, die in anderen Werken benötigt werden. Bei der Produktion der Teile fließt das Know-how der Mitarbeiter des Unternehmens GSH ein. Meist werden die Kunden von der Entwurfsskizze bis zum fertigen Produkt begleitet. Die erforderlichen Werkzeuge werden zum großen Teil in der Abteilung Werkzeugbau im Harthaer Werk gefertigt. Sie gehören dem Kunden und werden in einem Hochregallager gelagert, bis sie wieder auf der Spritzgussmaschine eingesetzt werden.