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Montag, 20.03.2017

Der kleine Karl sucht einen Lebensretter

Der zehn Monate alte Junge leidet an einer sehr seltenen Krankheit. Das Klinikum Pirna startet nun eine Hilfsaktion.

Von Thomas Möckel

Der kleine Karl braucht dringend eine Knochenmarkspende.
Der kleine Karl braucht dringend eine Knochenmarkspende.

© privat

Pirna. Am Anfang war nichts ungewöhnlich: Vor zehn Monaten kam der kleine Karl aus Werda im Vogtland scheinbar gesund zur Welt, auffällige Symptome gab es zunächst keine. Doch kaum ins Leben entlassen, ereilte die Familie des Knaben ein herber Schicksalsschlag: Ärzte diagnostizierten bei Karl eine äußerst seltene Stoffwechselerkrankung. Der Junge zeigt Anzeichen der Krankheit „infantile Osteopetrose“, die vor allem bei Säuglingen auftreten kann. Nach Angaben des Pirnaer Klinikums kennzeichnet diese Krankheit, dass der Körper Calcium nicht richtig verarbeiten kann. Es gelangt statt ins Blut in die Knochen und verdrängt dabei das Knochenmark. Dieser gestörte Knochenstoffwechsel kann eine Reihe von schweren Symptomen bewirken, beispielsweise Krampfanfälle, Blutarmut und Blutungsneigung, große Bauchorgane, Atemprobleme und schwere Sehstörungen. Die Sehnerven des kleinen Karls sind bereits von der Krankheit betroffen.

Weil die Krankheit nach Auskunft von Medizinern relativ schnell fortschreitet, braucht der zehn Monate alte Junge jetzt dringend einen Lebensretter, der ihm Stammzellen spendet. Dabei unterstützt ihn ganz besonders das Pirnaer Klinikum, das gemeinsam mit dem Verein für Knochenmark- und Stammzellenspenden Sachsen (VKS) für den 23. März eine sogenannte Typisierungsaktion organisiert hat. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr können Spendenbereite in der Klinik auf dem Sonnenstein per Wangenabstrich eine Speichelprobe abgeben. Anschließend wird geprüft, ob einer der Probanden als potenzieller Spender infrage kommt – damit Karl nicht mehr um sein Leben kämpfen muss.

Nach Auskunft von Spezialisten lässt sich die Krankheit mit einer Stammzellen- oder Knochenmarkspende in der Regel ganz gut behandeln. Nach einer erfolgreichen Therapie bilden sich die meisten Symptome der infantilen Osteopetrose innerhalb von Wochen bis Monaten vollständig zurück. Allerdings lässt sich ein einmal eingeschränktes Sehvermögen nur selten wieder herstellen.

Fragen rund um die Stammzellspende werden auf den Seiten des Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland im Internet beantwortet.