erweiterte Suche
Bild
Dienstag, 21.02.2017

Der Hausarzt informiert

© Foto: ABDA

Der bundeseinheitliche Medikationsplan: Anspruch der Versicherten seit 1.10. 2016

Seit dem 1. Oktober 2016 haben Patienten Anspruch auf einen vom behandelnden Arzt erstellten bundeseinheitlichen Medikamentenplan (Medikationsplan), wenn sie mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig anwenden. Der Plan soll nach dem E-Health-Gesetz einheitlich standardisiert sein. Spätestens ab Januar 2018 soll der Medikationsplan auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Wozu dient der Medikationsplan?

Dieser Plan soll umfassend, übersichtlich und patientenverständlich die aktuelle Medikation abbilden. Er muss die Patientendaten, die Daten des erstellenden Arztes, Angaben zu Wirkstoff und Dosierung enthalten. Angaben zum Handelsnamen und Hinweise zum Behandlungsgrund sind optional. Der Medikationsplan soll verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel enthalten, die der Arzt verordnet hat. Dies können auch Arzneimittel sein, die auf Privatrezept oder „grünem“ Rezept verordnet wurden. Dem Versicherten steht damit ein verständlicher und wiedererkennbarer Einnahmeplan zur Verfügung, der ihn in der richtigen Anwendung seiner Medikamente unterstützt.

Wer erhält einen Medikationsplan?

Patienten, die gleichzeitig mindestens drei zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnete Arzneimittel einnehmen.

Wer erstellt und aktualisiert den Medikationsplan?

Die erstmalige Erstellung soll in der Regel durch den Hausarzt erfolgen. Wenn der Patient keinen Hausarzt in Anspruch nimmt, kann dieser Plan auch durch den behandelnden Facharzt, der die überwiegende Arzneimitteltherapie verantwortet, erstellt werden. Erstellte Pläne können durch den aufgedruckten Barcode in das Computersystem eines jeden Arztes oder auch durch manuelle Eingabe übernommen werden. Jeder Arzt kann den Plan aktualisieren oder vervollständigen nach Aufforderung und Zustimmung des Patienten. Eine Aktualisierung durch den erstellenden Arzt soll erfolgen, wenn dieser Arzt selbst die Arzneimitteltherapie ändert oder wenn andere Ärzte die Medikation ändern und den erstellenden Arzt davon in geeigneter Weise in Kenntnis setzen, z.B. einen Facharztbefund übermitteln. Apotheker können auf Wunsch des Patienten Änderungen handschriftlich ergänzen.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, er wird gemeinsam mit Ihnen Ihren individuellen Medikationsplan erstellen!