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Freitag, 18.05.2018

Der Elbe droht Dauerebbe

Im Riesengebirge ist der Schnee längst geschmolzen und es fehlt Regen. Das kann zu einem lang anhaltenden Problem werden.

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Bis diese Kette wieder vom Wasser überspült wird, könnte es Monate dauern.
Bis diese Kette wieder vom Wasser überspült wird, könnte es Monate dauern.

© dpa

Die Elbe ist nicht zu retten. Wenn nicht bald ein „lang anhaltender, großflächiger und sanfter Landregen“ kommt, dann bleibt sie vielleicht sogar bis zum Sommer das Rinnsal, zu dem sie in den vergangenen Tagen geworden ist. Davon sind die Fachleute im Umweltamt der Stadt überzeugt. Gewässerexperte Thomas Jakob kennt den Grund: „Schuld am Niedrigwasser ist der schneearme Winter. Eigentlich sollte die Elbe im März und April voll mit Schmelzwasser sein.“ Doch im Einzugsgebiet des Flusses, vor allem im Riesengebirge, ist nichts mehr, was schmelzen kann.

Für Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig ist die Ebbe in der Elbe keine Überraschung. „Wir beobachten schon seit längerer Zeit, dass das Frühjahr trockener wird“, fasst er die Erfahrungen des DWD zusammen. „Die Schneeschmelze hilft da auch nicht mehr.“ „Die einst typischen Frühjahrshochwasser gibt es nicht mehr“, stellen die Umweltfachleute aus dem Rathaus fest. Seit dem Hochwasser vom Juni 2013 habe es nur ein Mal Hochwasseralarm gegeben – am 12. Januar 2015 bei einem Wasserstand von 4,50 Meter. Damals galt Hochwasseralarmstufe 1. Am Donnerstagnachmittag betrug der Wasserstand am Pegel Dresden gerade mal 88 Zentimeter. Normal sind durchschnittlich 1,75 Meter. Selbst die Fachleute in Tschechien können nicht helfen. Sie gleichen Trockenperioden mit Wasser aus den Stauanlagen der Moldau-Kaskade aus. Doch auch dort macht sich bemerkbar, dass es nicht genügend Schmelzwasser gibt. Laut dem Umweltamt droht nun eine lang anhaltende Niedrigwasserperiode, die vielleicht sogar Jahre dauern kann.

Jens Oehmichen ist nicht ganz so pessimistisch. „Die Niederschlagsmenge gleicht sich meistens wieder aus“, sagt der DWD-Fachmann. „Die Sommermonate werden feuchter, denn da gibt es häufigere und intensivere Gewitter.“ Am Pfingstwochenende rechnet er allerdings nur mit wenig Regen. „Das wechselhafte Wetter der vergangenen Tage kam durch ein Tief über Osteuropa zustande.“ Das ziehe nach Osten ab, danach „hält uns Hochdruck über dem Ostseeraum sämtliche Niederschläge vom Hals.“ Am Wochenende wird es in Dresden meist sonnig und bis 20 Grad warm. (csp)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. B.W.

    Klimaziel +1 Grad, haben wir bald erreicht. Was das mit unseren Flüssen macht, kann man sich in Südeuropa (Italien, Spanien usw.) jetzt schon ansehen. Dort sind große Flüsse im Sommer regelmäßig trocken und reine Geröllfelder. Die Breite bei Brücken usw. wird trotzdem gebraucht, weil sich wieder (dort bevorzugt im Winter, bei uns vermutlich eher im Sommer) Gewitter mit größeren Niederschlagsmengen abregnen. Ich gehe davon aus, dass es bis 2030 oder spätestens 2040 bei uns in Deutschland genauso aussieht, eventuell mit im Hochwinter einzelnen deutlich kälteren Wochen (weil kontinentaler).

  2. Dieselautofahrer

    Da könnte man ja in DD anstelle von Fähren und Brucken sogenannte `Furt´in die Elbe bauen....

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