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Mittwoch, 03.01.2018

Der einst böseste Mensch

Der ehemalige Skandal-Boxer Mike Tyson kommt im April nach Dresden – zum Reden und Geld verdienen.

Von Alexander Hiller

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Mike Tyson – hier 2012 bei einer Pressekonferenz in New York – hat sich verändert. Der Ohrbeißer ist jetzt angeblich ein ganz Netter.
Mike Tyson – hier 2012 bei einer Pressekonferenz in New York – hat sich verändert. Der Ohrbeißer ist jetzt angeblich ein ganz Netter.

© dpa

Der Mann hat viel zu erzählen – und tut das auch. Obwohl das nicht zu den Stärken von Mike Tyson gehört. Der ehemals „böseste Mensch des Planeten“ (Tyson über Tyson) hat in 30 Jahren alles erlebt. Jüngster Weltmeister im Schwergewicht, der Königsklasse des Profiboxens, Millionengagen, windige Berater, Luxusexzesse, drei Jahre Knast wegen Vergewaltigung, ein skandalöser Ohrbiss, Berufsverbot, glanzloses Karriereende, Drogen, Alkoholsucht, der tragische Tod seiner vierjährigen Tochter Exodus, stetige Geldprobleme.

Das klingt nach einem mehr als abendfüllenden Programm – und dafür kommt Tyson am 29. April nach Dresden. Der 51-Jährige verdient derzeit seinen Lebensunterhalt, indem er seine Geschichte vermarktet. Dafür müssen Interessierte ordentlich blechen: Die exklusiven Tickets für den Auftritt mit Gala-Dinner im Hotel Hilton an der Frauenkirche kosten 506 Euro, die „billigen“ Plätze 489 Euro. Trotzdem waren am Dienstag bereits 70 Karten verkauft. „Als Ihr Gastgeber wird Sie Mike Tyson persönlich begrüßen“, heißt es im Werbetext auf der Internetplattform der Europatour – und weiter: „Sie werden zudem ein privates Foto mit ihm schießen, welches Sie dann elegant eingerahmt als Andenken überreicht bekommen. Zusätzlich wird Ihnen das Foto auch per E-Mail zugesandt.“

Tyson, der sich im Hollywood-Blockbuster „Hangover“ selbst gespielt hat, ist ein einziger Aufreger. Für einen der größten Boxskandale aller Zeiten sorgte er, als er seinem Widersacher Evander Holyfield am 28. August 1997 in Las Vegas in der dritten Runde einen Teil des rechten Ohres abbiss. Dennoch bewirbt der tschechische Tournee-Direktor Radim Tauchen seinen Star mit blumigen Worten: „Ich hatte die Ehre und die Gelegenheit, bei mehreren Veranstaltungen für Mike zu arbeiten. Sie nennen ihn ,Die Bestie, das Monster usw.’ Ist das die Wahrheit? Ja, es war!!! Das wirkliche Wunder und die Geschichte hinter allem ist seine Verwandlung, mit Unterstützung seiner geliebten Familie ist er jetzt einer der nettesten und bescheidensten Menschen auf dem Planeten“, schreibt der Geschäftsmann. Passt wie Tysons Faust in die Geldbeutel seiner künftigen Zuhörer.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Realist

    Oh liebe SZ bitte nicht ins BILD Niveau verfallen ,wrum ist es der Redaktion eine Zeile wert darüber zu berichten der der einst kriminelle und nun so nette und sehr bescheidene Tyson nun durch die Welt turt und über sein Leben unter Drogen Alkoholexzessen Vergewaltigung Ohrabbiss als Sportler berichtet. Ja nun schreiben sie er hat sich ja gewandelt und ist jetzt einer der bescheidensten Menschen der Welt - Nun der letzte Satz trifft es -das passt wie die Faust in den Geldbeutel seiner Zuhörer .Nur schae das es noch genug Menschen gibt die für so etwas Geld ausgeben - Werte Redaktion bitte kiene Zeilen mehr für solchen Schwachsinn.

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