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Kommentar

Der eigene Bauch

Auch wenn viele Menschen etwas anderes glauben gibt es keinen Beweis dafür, dass psychischer Stress Krankheiten auslöst. Aber Krankheiten sind ein Signal, meint Stephanie Wesely.

21.09.2017

e Bauch
Nutzwerk-Redakteurin Stephanie Wesely

© Ronald Bonß

Die Wissenschaft kann keinen eindeutigen Beweis dafür liefern, dass psychischer Stress Krankheiten auslöst. Doch die Mehrzahl der Menschen glaubt daran, wie die Befragung gezeigt hat. Und das ist sicher kein Zufall oder gar Unbelehrbarkeit. Denn jeder hat seine eigenen Erfahrungen mit Stress und Überforderung: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden. Er spürt selbst, dass ihm psychische Belastungen nicht gut tun. Der eigene Bauch trügt nicht. Deshalb können Krankheiten, insbesondere so schwere und angstbesetzte wie Krebs, auch als Signal verstanden werden, bisherige Handlungsmuster zu hinterfragen. Viele achten zu wenig auf sich, wollen in erster Linie für andere da sein und verausgaben sich permanent. Wem es gelingt, seinem eigenen Wohlbefinden mehr Wert beizumessen als bisher, wird davon profitieren, ganz gleich, was die Wissenschaft künftig noch beweist.

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