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Samstag, 31.07.2004 Gesundheit

Der Blut-Vorrat wird knapp

Der Rotkreuz-Blutspendedienst Sachsen sitzt auf dem Trockenen. Täglich werden 700 Blutkonserven gebraucht. Doch nur noch 400 sind im Kühllager in Dresden.

Von Renate Berthold

Dresden. Die Entscheidung ist Ute-Maja Liebscher vom DRK-Blutspendedienst Sachsen nicht leicht gefallen. „Diese Woche mussten wir an unsere eiserne Reserve gehen“, sagt sie. Als „eiserne Reserve“ gilt ein Tagesbedarf, und das sind in Sachsen 700 Blutkonserven, also 350 Liter. Jetzt sind nur noch 400 Konserven in den Kühlregalen des Dresdner Instituts für Transfusionsmedizin. „Das ist verdammt knapp“, sagt Institutsleiterin Liebscher.

Noch habe der Engpass keine Auswirkungen auf Operationen oder andere medizinische Behandlungen, zumal sich die Krankenhäuser selbst kleine Reserven angelegt hätten. Lediglich die Fahrer, die die Konserven in Dresden abholen, müssten oft länger als üblich warten, bis die neu eingehenden Spenden kontrolliert und etikettiert sind. Ursache für den Engpass sei, dass zum einen viele freiwillige Blutspender im Urlaub sind, zum anderen aber der Bedarf der Krankenhäuser in diesem Sommer konstant hoch bleibt. Das meiste Blut, nämlich etwa die Hälfte aller Konserven, wird übrigens für die Behandlung von Krebserkrankungen benötigt. Verletzungen aus Verkehrs- oder Sportunfällen stehen erst an vierter Stelle.

Anders als in vergangenen Jahren fehlen vor allem Spenden der Blutgruppen A und 0. Dagegen sind bei den seltenen Gruppen AB und B Konserven vorrätig. Ute-Maja Liebscher möchte treue Blutspender animieren, vor dem Urlaub noch einen entsprechenden Termin einzuplanen. Und sie will jene, die sich mit dem Gedanken tragen, Blut zu spenden, ermutigen, das jetzt zu tun. „Es wird wirklich jeder gebraucht.“ Spenden kann übrigens jeder zwischen 18 und 68 Jahren, Erstspender sollten nicht älter als 60 sein.

Spendetermine: 0800/11 949 11