Donnerstag, 17.01.2013

Der Abwehrriegel hält

Torhüter Heinevetter erreicht bei der WM mit den deutschen Handballern das Achtelfinale.

Von Martin Kloth

1

Sucht noch seine Form: Torwart Heinevetter.Foto: dpa
Sucht noch seine Form: Torwart Heinevetter.Foto: dpa

Silvio Heinevetter konnte aufatmen. Die deutschen Handballer gehören bei der Weltmeisterschaft in Spanien zu den Top 16. Mit einer Energieleistung und einem fast unüberwindbaren Abwehrriegel besiegte der EM-Siebente gestern in Granollers Angstgegner Montenegro mit 29:21 (13:11). Damit kompensierte die deutsche Mannschaft auch die durchwachsene Leistung ihres Stammtorwarts. Aber der Berliner und seine Teamkameraden können für das WM-Achtelfinale planen, für das sie sich gestern mit dem dritten Gruppensieg vorzeitig qualifizierten.

Sollten die Heinevetter und Co. morgen gegen Weltmeister Frankreich gewinnen, kann das Team von Bundestrainer Martin Heuberger den zweiten Gruppenplatz sicherstellen und auf einen leichteren Achtelfinalgegner hoffen. Vor rund 3700 Zuschauern warf Dominik Klein vier Tore.

„Wir haben in der Abwehr Beton angerührt, das war die Grundlage“, sagte Heuberger, und Klein ergänzte nach dem Erfolg: „Wir genießen diese Belohnung, die wir uns hart erarbeitet haben.“

Der Held des deutschen Sieges gegen Argentinien am Vortag (31:27) musste gegen Montenegro aber wieder auf der Bank Platz nehmen. Bundestrainer Heuberger setzte in seiner Startformation auf Heinevetter als Nummer 1 im Tor statt Carsten Lichtlein. „Wir haben zwei gute Torhüter dabei. Ich habe immer gesagt, dass Silvio Heinevetter die Nummer 1 ist“, erklärte der Trainer. Lichtlein nimmt die Rangordnung an, ohne zu murren. „Wenn ich komme, muss ich 100 Prozent da sein. Wenn ’Heine‘ gut hält, freue ich mich auch. Das Team muss zwei Punkte holen, egal wer im Tor steht“, sagte der Torhüter aus Lemgo. Und er fügte hinzu: „Wir sind zwei verschiedene Typen. Ich ergänze mich sehr gut mit ’Heine‘. Das ist wichtig und das sieht man, glaube ich, auch.“

Zum Beispiel während des Spiels. In jeder Auszeit diskutierten die beiden Schlussleute über das Wurfverhalten der Montenegriner. Wie die ganze deutsche Mannschaft hatten die beiden Torhüter nur eins im Sinn: Revanche nehmen für die 27:31-Niederlage in der EM-Qualifikation in Mannheim im November. „Mit Montenegro hatten wir noch eine Rechnung offen“, sagten Heinevetter und Lichtlein.

„Wir haben daraus gelernt, dass man mit einer grottenschlechten Leistung gegen niemanden gewinnen kann“, sagte Oliver Roggisch. Als Abwehrchef hielt der frühere Magdeburger die Deckung zusammen. So entlastete die sicher stehende Defensive auch ihren Keeper Heinevetter. „Es war fantastisch, was Haaß und Roggisch im Innenblock geleistet haben“, lobte Trainer Heuberger. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

  1. carita

    Gestern war mal das beste Spiel, sie brauchen zu lange, um überhaupt ins Spiel zu kommen, die Leistungen sind zu instabil. Aber das ist kein Wunder, bei den vielen Fremdspielern, die in den Mannschaften spielen, kommen talentierte Spieler aus den eigenen Reihen kaum zum Zuge. Wenn sich da nichts entscheidend ändert, wird es in Zukunft auch nicht anders aussehen mit einer Nationalmannschaft.

Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.