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Dem Ruhestand gelassen entgegensehen - was man bei der Altersvorsorge beachten sollte

Jahr für Jahr versendet die Deutsche Rentenversicherung ein Renteninformationsschreiben.

21.09.2017

tand gelassen entgegensehen - was man bei der Altersvorsorge beachten sollte
Foto: pixabay

Die Zahlen, die in dem Schreiben zu finden sind, sollen dem Empfänger zeigen, wie hoch seine gesetzliche Rente - voraussichtlich - sein wird. So wird etwa die Höhe der Rente beziffert, die ab sofort bezogen werden kann, sofern es aus gesundheitlichen Gründen zu einer Erwerbsminderung kommen würde und der Empfänger nicht mehr als drei Stunden einer Arbeit nachgehen könnte. Informationen gibt es auch zur künftigen Rente, sofern keine neuen Beiträge mehr geleistet werden würden. Zudem gibt es auch eine Prognose der zukünftigen Rente, sofern in Zukunft dieselben Beiträge der letzten fünf Jahre einbezahlt werden würden. Die letzte Zahl spielt hier die größte Rolle, da der Arbeitnehmer eine ungefähre Vorstellung bekommt, wie hoch seine tatsächliche Rente sein wird. Rentenerhöhungen und Einkommenssteigerungen werden nicht miteinbezogen; es handelt sich also um eine konservative Schätzung, die besonders vorsichtig kalkuliert wurde. Es gibt auch weitere Prognosen, die sich unterhalb der Zeile „Rentenanpassung“ befinden und mögliche Rentenerhöhungen berücksichtigen.

Kontoführungsgebühren oder Verwaltungskosten schmälern die Rendite

Wer sich mit seiner zukünftigen Rente befasst, der wird am Ende wohl zu dem Ergebnis kommen, dass er sich nicht zu 100 Prozent auf den Staat verlassen sollte. Wichtig sind daher Vorsorgeprodukte, die dafür sorgen, dass der Rentner ein - zumindest finanziell - sorgenfreies Leben führen kann. Bevor ein Sparvertrag abgeschlossen wird, sollte sich der zukünftige Rentner natürlich mit den möglichen Laufzeiten befassen. Das Geld soll derart veranlagt werden, dass er den Sparvertrag nicht innerhalb der Laufzeit auflösen lassen muss - das heißt, dass man nur jene Beträge veranlagen sollte, die während der Laufzeit definitiv nicht benötigt werden. Ein weiterer Punkt, der nicht ignoriert werden sollte: Geldinstitute verlangen oftmals nicht zu unterschätzende Entgelte, wenn sie das Geld der Kunden verwahren sollen. So gibt es Kontoführungsgebühren, Depotkosten, Verwaltungskosten, Provisionen oder auch Ausgabeaufschläge - all jene Positionen schmälern natürlich die Rendite. Bevor man sich also für ein Vorsorgeprodukt entscheidet, sollten auch die möglichen Kosten, die im Zuge der Veranlagung anfallen, berücksichtigt werden.

Können die klassischen Sparformen überhaupt noch empfohlen werden?

Sparbücher, Tages- oder Festgeldkonten oder Sparbriefe sind extrem sichere Sparformen. Doch leider hat die Sicherheit einen recht hohen Preis - derzeit liegen die Zinssätze zwischen 0,1 Prozent und maximal 0,50 Prozent. Höhere Gewinne versprechen heutzutage nur Aktienfonds. Eine weitere Möglichkeit, wie für das Alter vorgesorgt werden kann? Man könnte eine Immobilie kaufen. Diese kann im Alter mietfrei genutzt werden; mitunter besteht auch die Möglichkeit, dass die Immobilie vermietet wird, sodass es zu einer Aufbesserung der Rente kommt. Zu beachten sind aber die Instandhaltungskosten, die keinesfalls unterschätzt werden dürfen.

Finger weg von Bausparverträgen

Bausparverträge waren vor Jahren interessant - heute handelt es sich um unattraktive Sparverträge, die keinesfalls empfohlen werden können. Der Zinsertrag ist extrem mager und beträgt derzeit maximal 1,5 Prozent. Heutzutage gibt es durchaus bessere Möglichkeiten, wie der durchschnittliche Arbeitnehmer sein Geld anlegen kann. Nur dann, wenn ein alter Tarif besteht, darf sich der Sparer über einen recht guten Zinssatz (rund 4 Prozent) freuen. Neue Verträge können hier keinesfalls mehr mithalten. Auch die Riester-Rente kann nicht immer empfohlen werden. Profitiert der Arbeitnehmer jedoch von Zulagen- und Steuerförderungen, so kann er sich aber für die Riester-Rente entscheiden. Schlussendlich sprechen die Riester-Banksparpläne sicherheitsliebende Sparer an, die einerseits zwar höhere Gewinne verbuchen wollen, andererseits aber Angst vor möglichen Verlusten an der Börse haben.

Wie sinnvoll sind private Kapitallebens- und Rentenversicherungen?

Festgeld- oder Tagesgeldkonten und Sparbriefe gehören natürlich zu den sichersten Geldanlagen, die aktuell zur Verfügung gestellt werden. Auch Kapitallebens- und auch private Rentenversicherungen sind recht sichere Produkte, die am Ende dazu führen sollten, dass der Versicherungsnehmer eine stattliche Gewinnsumme erhält. Doch Versicherungen sind auch für sehr lange Laufzeiten bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag vorzeitig abgebrochen wird, ist extrem hoch. In weiterer Folge ist die Rendite, die vor Jahren noch erzielt werden konnte, heutzutage nicht mehr zu realisieren. Zudem wird ein stattlicher Anteil der monatlichen Prämie für Verwaltungskosten verwendet, sodass der Versicherungsnehmer nicht 200 Euro anlegt, sondern am Ende nur 160 Euro in den Spartopf fließen. Auch dann, wenn hohe Renditen versprochen werden, sollte der Sparer vorsichtig sein. Viele Anlageberater locken mit extrem hohen Gewinnmöglichkeiten, wobei sie am Ende gerne die Risiken unerwähnt lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in der heutigen Zeit seriöse Anlageformen gibt, die eine jährliche Rendite zwischen 5 und 10 Prozent versprechen, ist äußerst gering.