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Mittwoch, 27.09.2017

DDR-Charme verschwindet

Noch zwei Bauabschnitte sind nötig, um die Turnhalle an der Schule komplett zu sanieren. Dafür wird Fördergeld gebraucht.

Von Sylvia Jentzsch

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Ben freut sich schon auf die sanierten Umkleidekabinen in der Turnhalle hinter der Schule. Nicht nur die beiden Kabinen sollen in Ordnung kommen, sondern der gesamte Eingangsbereich inklusive der Eingangstür.
Ben freut sich schon auf die sanierten Umkleidekabinen in der Turnhalle hinter der Schule. Nicht nur die beiden Kabinen sollen in Ordnung kommen, sondern der gesamte Eingangsbereich inklusive der Eingangstür.

© André Braun

  • Ben freut sich schon auf die sanierten Umkleidekabinen in der Turnhalle hinter der Schule. Nicht nur die beiden Kabinen sollen in Ordnung kommen, sondern der gesamte Eingangsbereich inklusive der Eingangstür.
    Ben freut sich schon auf die sanierten Umkleidekabinen in der Turnhalle hinter der Schule. Nicht nur die beiden Kabinen sollen in Ordnung kommen, sondern der gesamte Eingangsbereich inklusive der Eingangstür.
  •  Auch die Fassade bekommt eine Schönheitskur.
    Auch die Fassade bekommt eine Schönheitskur.

Hartha. Die Arbeiten im Eingangsbereich der Turnhalle an der Schule sollen, wenn möglich, in den Herbstferien beginnen. Von der Fördermittelstelle gibt es bereits grünes Licht. Jetzt ist die Ausschreibung in Arbeit, so Günter Roßberg, Betriebsleiter des Kultur- und Sportbetriebes.

Nicht nur das Foyer selbst soll in Ordnung gebracht werden, auch der DDR-Charme soll aus den beiden Umkleidekabinen und dem Lehrerzimmer verschwinden. Die Elektrik sowie die Türen werden erneuert und das Foyer und die Umkleideräume bekommen einen Farbanstrich. Die Eingangstür wird wegen des Denkmalschutzes aufgearbeitet. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 55 700 Euro. 41 800 Euro dafür kommen aus dem Fördertopf „Brücken in die Zukunft“.

Der letzte Bauabschnitt der Komplettsanierung ist die Sanierung der Fassade. Dafür müssen die Klinker gereinigt und ausgebrochene Stellen gesichert und erneuert werden. Auch die Fugen, die ausgebrochen sind, werden in Ordnung gebracht. Aufgeputzt werden die Schmuckelemente an den Seiten, die teilweise schon abgefallen sind, und auch das Stucksims benötigt eine Sanierung.

Die Kosten für die Schönheitskur der Fassade belaufen sich auf 116 000 Euro. Auch hier kommt ein großer Anteil des Geldes aus dem Fördertopf „Brücken in die Zukunft“. Immerhin sind das 62 400 Euro.

Der Kultur- und Sportbetrieb als Tochtergesellschaft der Stadt Hartha muss für diese Investition insgesamt einen Eigenanteil in Höhe von rund 68 000 Euro aufbringen. „Da es sich bei dieser Investition um eine Wertsteigerung des Gebäudes handelt, soll das Geld aus der Rücklage des Kultur- und Sportbetriebes genommen werden. Das hat keinen Einfluss auf die Zahlungsfähigkeit der städtischen Tochtergesellschaft, die, wenn keine neuen Maßnahmen hinzukommen, in den nächsten Jahren wieder verbessert wird“, so Günter Roßberg.

Bisher wurden in die Turnhalle im Jahr 2014 insgesamt 125 000 Euro für die Dachsanierung investiert. Davor waren es 185 000 Euro für neue Fenster, einen wärmedämmenden Fußboden mit Parkett, neue Beleuchtung und eine zwei Meter hohe Prallwand. Auch die oberen Umkleidekabinen wurden neu gestaltet. Damit verbesserten sich die Bedingungen für die Schüler, Lehrer, Sportler und Vereinsmitglieder erheblich. Die Turnhalle ist mehr als 110 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Sie wird für den Schul-, Vereins- und Freizeitsport benötigt.

Erster Nachtrag in zehn Jahren

Wegen der Eigenanteile für das Bauvorhaben und der Ablehnung der institutionellen Förderung der Bibliothek vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen (DA berichtete) muss der Kultur- und Sportbetrieb zum ersten Mal in zehn Jahren einen Nachtragsplan aufstellen. „Wir können den entstandenen Fehlbetrag kompensieren. Das ist durch geringere Ausgaben im Bereich der Bibliothek und einen geringeren Eigenanteil an den Baumaßnahmen sowie durch eine erhöhte Zuweisung durch die Stadt in Höhe von 9 200 Euro möglich“, sagte Roßberg.

Es werde bei den Angeboten der Stadtbibliothek zu keinen Einschränkungen kommen. Auch wenn weniger Medien wie Bücher, CDs oder Spiele gekauft werden können, so werde nach wie vor auf die Qualität und nicht auf die Menge geachtet. „Damit steht einem erneuten Antrag auf eine institutionelle Förderung für die Bibliothek für das Jahr 2018 nichts mehr im Weg“, so der Betriebsleiter. Er stellte auch den Jahresabschluss für 2016 vor. Dafür gab es Zustimmung von den Räten und nicht nur dafür.

Räte unterstützen Finanzausgleich

Sie lobten den guten Zustand der Hartharena, die nun zehn Jahre alt ist und noch fast wie neu aussieht, obwohl sie jeden Tage rege genutzt wird. „Das kann sich sehen lassen. Das ist auch den Leuten zu verdanken, die darauf achten, dass alles so bleibt“, so CDU-Stadtrat Albrecht Günther. Hans-Jürgen Gückel (Die Linke) freute sich, dass nun auch die Sporthalle an der Pestalozzistraße komplett in Ordnung kommen soll, und befürwortete die Investition.

Sowohl Albrecht Günther als auch Ronny Walter von der CDU hoben zur Ratssitzung die gute Qualität der Arbeit der Bibliothek hervor. Die Mitarbeiterinnen seien sehr aktiv und das zahle sich aus, wie man unter anderem bei Veranstaltungen sehen könne, so Walter. „Hier wird richtig geackert“, unterstrich er noch einmal seine Aussage.

In Zusammenhang mit dem zusätzlichen Zuschuss für den Kultur- und Sportbetrieb von der Stadt in Höhe von 9 200 Euro gab es noch die Anfrage von Stadtrat Sören Lungwitz (Freie Wähler). Er wollte wissen, ob dieser Ausgleich notwendig sei, obwohl der Kultur- und Sportbetrieb wirtschaftlich gut gestellt ist. Die Stadt könnte das Geld sicher an anderer Stelle gut einsetzen, so Lungwitz. „Wir sollten den Ausgleich nicht aufschieben, zumal wir das Geld durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer haben. Die Stadt kann die Summe zahlen“, so Kämmerin Barbara Müller. CDU-Fraktionschef Christian Köhler: „Der Ausgleich soll sein und nicht hinausgeschoben werden. Dem hat auch der Verwaltungsausschuss zugestimmt.“