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Donnerstag, 22.06.2017

Datendienste: Im Zeitalter der Daten

Das Internet liefert eine Vielzahl an Daten und Informationen. Hinzu kommen Daten aus privaten Netzwerken sowie Unternehmensnetzwerken.

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Foto: Pixabay.com, ©geralt CC0-Lizenz
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  • Wissen ist Macht: Die richtige Information kann Unternehmen gezielt helfen ihr Wachstum zu fördern. | Foto: Pixabay.com, ©geralt CC0-Lizenz
    Wissen ist Macht: Die richtige Information kann Unternehmen gezielt helfen ihr Wachstum zu fördern. | Foto: Pixabay.com, ©geralt CC0-Lizenz
  • Das Chaos an Daten aus numerischen, alphabetischen und alphanumerischen Informationen kann mittels Datendiensten organisiert und analysiert werden. | Foto: Pixabay.com, ©unsplash CC0-Lizenz
    Das Chaos an Daten aus numerischen, alphabetischen und alphanumerischen Informationen kann mittels Datendiensten organisiert und analysiert werden. | Foto: Pixabay.com, ©unsplash CC0-Lizenz
  • Um die Privatsphäre ausreichend zu schützen, müssen Unternehmen umfangreiche Angaben zum Datenschutz machen. | Foto: Pixabay.com, ©notnixon CC0-Lizenz
    Um die Privatsphäre ausreichend zu schützen, müssen Unternehmen umfangreiche Angaben zum Datenschutz machen. | Foto: Pixabay.com, ©notnixon CC0-Lizenz

Datendienste schaffen es, aus diesen Daten die relevanten herauszufiltern, um sie weiteren Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Was sind Datendienste?

Daten fallen immer häufiger in Massen an. Um aus den Daten wertvolle Informationen ziehen zu können, müssen diese sortiert und organisiert werden. Je nach Fragestellung oder Ziel sind nur ganz spezielle Daten von Interesse. Müssten diese per Hand von Menschen herausgesucht werden, würden Unmengen an Zeit vergehen.

Daher haben sich Datendienste etabliert. Diese bestehen aus verschiedenen Algorithmen, die ein extra zugeschnittenes Screening und Filtern der Datenmenge erlauben. Vor allem in größeren Unternehmen, die über eine Vielzahl an Kundendaten Herr werden müssen, finden diese Softwarelösungen ihren Einsatz.

Doch gute Datendienste können mehr: Neben der Extraktion bestehender Daten aus E-Mails, Social-Media oder anderer Quellen können große Datenmengen zusammengefasst und analysiert werden, um im Anschluss eine Visualisierung der Daten zu erhalten. In Form von Graphiken oder Berichten werden die Ergebnisse der Analyse so dargestellt, dass die Quintessenz der Ziel-Fragestellung direkt herauszulesen ist. Die Darstellungsformate können dabei individuell festgelegt werden.

Der Nutzen

Aus welchem Grund sich Datendienste etablieren, ist leicht nachzuvollziehen. Die Unternehmen stehen in ständiger Konkurrenz zueinander. Das Ziel ist es daher, Marketingkampagnen so aufzubauen, dass ein maximaler Nutzen daraus gezogen werden kann. Die Außen-Wahrnehmung und Kundenbindung muss gestärkt werden. Zusätzlich sind die Unternehmen an einem Zuwachs des Kundenstamms interessiert.

Dazu muss als erstes eine fundierte Analyse über die eigene Zielgruppe möglich sein. Eine Analyse des bestehenden Kundenstamms kann dem Unternehmen somit genau zeigen, welche Menschen sich von der Unternehmensphilosophie oder Struktur angesprochen fühlen.

Ein genaues Bild über die tatsächliche Zielgruppe kann dem Unternehmen dann helfen, die unternehmensinternen Entwicklungen in die korrekte Richtung zu lenken. Ändert das Unternehmen sich in eine andere, von dem Kundenstamm unerwünschte Richtung, muss mit einem Verlust der Kunden gerechnet werden.

Die bestehenden Kundendaten zu nutzen, um das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen und in die richtige Richtung weiterzuentwickeln, ist für Unternehmen daher wichtiger denn je. Nutzen diese den Vorteil der Datennutzung nicht, stehen sie automatisch im Nachteil gegenüber der Konkurrenz, die sich die Informationen aus den Daten zu Nutze machen.

Welche Daten-Arten gibt es?

Der Auswertung von Daten mittels digitaler Medien sind physikalisch keine Grenzen gesetzt. Unabhängig von der Formatierung der Daten werden diese nach inhaltlichen Kriterien eingeordnet.

Eine grundsätzliche Einteilung bei der Auswertung erfolgt in numerische Daten, alphabetische Daten und alphanumerische Daten. Numerische Daten sind dabei bloß aus Ziffern aufgebaut, so wie ID-Nummern, Daten und Jahreszahlen.

Alphabetische Daten bestehen aus Klein- und oder Großbuchstaben. Dazu gehören Namen oder beliebige Wörter.

Alphanumerische Daten beinhalten Ziffern, Buchstaben und Sonderzeichen. Somit zählt eine Datumsangabe oder die Angabe eines Euro-Betrages zu den alphanumerischen Datenangaben.

Eine weitere Unterteilung der Daten erfolgt in Bestandsdaten und variable Daten. Namen und Adressen haben gewöhnlich über einen längeren Zeitraum Bestand und Gültigkeit. Zahlen für Umsatz und Gewinn, oder Bestellmenge und Kosten sind variabel. In Auswertungen können beide Datenarten miteinander kombiniert werden.

Personenbezogene Daten versus Metadaten

Wenn von Daten gesprochen wird, denken viele Personen gleich auch an personenbezogene Daten. Natürlich stehen diese Daten in einem ganz besonderen Interesse. Die Kunden sind mit ihren personenbezogenen Daten in der Unternehmenskartei vorhanden. Die automatisierte Verarbeitung der Daten unter Einsatz von Daten-verarbeitungs-anlagen und auch die manuelle Verarbeitung, wie das Erfassen eines neuen Kunden oder die Abänderung einer Adresse, gehören zum alltäglichen Umgang in Unternehmen.

Inwiefern personenbezogene Daten ausgewertet werden und ausgewertet werden dürfen, wird im Bundesdatenschutzgesetz festgelegt und in den AGB geregelt. Grundsätzlich muss zur Verarbeitung der personenbezogenen Daten eine Einwilligung der Kunden vorliegen. In den meisten Fällen willigen die Kunden auch ein, da eine Nutzung der Dienstleistungen ansonsten oftmals nicht möglich ist.

Grundsätzlich sind personenbezogene Daten so definiert, dass diese auf eine bestimmte Person schließen lassen. Name, Adresse und KFZ-Kennzeichen sind somit automatisch personenbezogene Daten. Aber auch IP-Adressen können als personenbezogene Daten gelten.

Während die personenbezogenen Daten somit einem recht hohen Schutz unterliegen, werden Metadaten weniger streng behandelt. Metadaten lassen per se nicht direkt auf eine bestimmte Person schließen. Somit ist eine anonyme Auswertung von Daten mit dennoch hohem Informationsgehalt möglich.

Wie viele Kunden kaufen in welcher Größenordnung ein? Welche Produkte sind besonders beliebt? Ist der Umsatz bestimmter Produkte an eine Jahreszeit, bestimmte Orte oder eine bestimmte Altersgruppe gekoppelt? Unternehmen können so viele wertvolle Informationen aus den Metadaten herausziehen. Richtig aufbereitet lassen sich daraus wichtige Impulse für die Unternehmensstrategie herauslesen.

Was passiert mit unserer Privatsphäre?

Datendienste haben auf den ersten Blick etwas Verruchtes an sich haften. Dies liegt mit daran, dass auch Geheimdienste auf diese Art der Datenauswertung zurückgreifen. Allerdings geschieht die Datensammlung in diesem Fall viel umfassender als in gewöhnlichen Unternehmen. Und auch eine Zustimmung zur Verwendung oder Auswertung der eigenen Daten ist nicht erforderlich.

Doch hierbei ist der Hintergrund der Datenauswertung grundlegend zu unterscheiden, von dem eines Unternehmens, dem es um den eigenen Profit geht.

Die Datensammlung und Datenüberwachung bestimmter Behörden und Geheimdienste zielt auf einen erhöhten Gesellschaftsschutz ab. Dass in diesen Fällen auch Meta-Daten Unschuldige zu Verdächtigen machen und tiefer in deren Privatsphäre eingreifen, wird von vielen Personen als nicht hinnehmbar gewertet.

Denn gerade wenn es um Verbindungsdaten als Metadaten geht, sagen diese viel mehr über eine Person aus, als dieser vielleicht bewusst ist. In Kombination mit persönlichen Daten, wie einer Telefonnummer, welche einer bestimmten Person zuzuordnen ist, lässt sich ein genaues Bewegungsprofil erstellen. Wann und wie lange hat sich diese Person an einem bestimmten Ort aufgehalten? Mit welchen anderen Personen fand das Treffen statt? Tagesabläufe, Hobbys, Einkaufsverhalten - alles wird recht einfach nachvollziehbar.

Möchten sich die Personen vor allzu tiefen Eingriffen in ihre Privatsphäre schützen, bleibt ihnen nicht viel anderes übrig, als auf die Annehmlichkeiten der digitalen Welt zu verzichten.