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Freitag, 08.12.2017

Das Scheitern als Chance

Für die Lehrlinge von RB Leipzig ist das Überwintern in der Europa League die bessere Lösung.

Von Daniel Klein

Trost vom Trainer: Ralph Hasenhüttl tätschelt Diego Demme.
Trost vom Trainer: Ralph Hasenhüttl tätschelt Diego Demme.

© dpa

Die Niederlage konnte man im Gesicht von Ralph Hasenhüttl ablesen, die Mimik hatte etwas Statistisches. Verbal jedoch gab sich Leipzigs Trainer unmittelbar nach der 1:2-Niederlage gegen Besiktas Istanbul und dem Aus in der Champions League schon wieder kämpferisch. „Wir haben jetzt wieder die Möglichkeit, vielleicht Historisches zu leisten“, erklärte er mit Blick auf die K.o.-Runden in der Europa League, für die sich der Vizemeister als Gruppendritter qualifizierte. „Wir werden auch da auf starke Mannschaften treffen. Das ist für unsere Entwicklung enorm wichtig.“

Vielleicht ist der Abstieg in den einst von Franz Beckenbauer als „Cup der Verlierer“ titulierten Wettbewerb sogar die bessere Variante. In der Königsklasse hätte RB am Montag Achtelfinal-Gegner wie Manchester United, Paris Saint-Germain, FC Barcelona, FC Liverpool, Manchester City oder Tottenham Hotspur zugelost bekommen. Bei allen Überraschungen, die der Fußball so bietet – realistisch wäre ein Weiterkommen bei dieser prominenten Konkurrenz kaum gewesen. Eine Klasse tiefer warten nun Vereine wie Slavia Prag, Partizan Belgrad und Athletic Bilbao. Da stehen die Chancen weitaus besser. „Wir hoffen, dort viele Runden spielen zu können“, sagte Torhüter Peter Gulacsi. Das Finale wird am 16. Mai in Lyon ausgetragen. „Das ist ein gut angesehener Cup, den man auch gewinnen will“, erklärte Torjäger Timo Werner.

Je mehr Spiele auf internationaler Bühne, umso besser für eine junge Mannschaft, die in ihrer Premierensaison „ein bisschen Lehrgeld gezahlt“ habe, so Hasenhüttl. „Wir waren nicht immer die schlechtere Mannschaft, an unseren fußballerischen Fähigkeiten hat es nicht gemangelt, da waren wir auf Augenhöhe. Aber es gehören noch andere Attribute dazu. Bei der Cleverness und Effektivität fehlt uns noch ein bisschen was. Das ist aber auch kaum verwunderlich.“

Die Partie gegen den routinierten Gegner aus Istanbul zeigte das deutlich. In der Abwehr leistete sich RB haarsträubende Fehler wie beim Elfmeter-Foul von Willi Orban und der Gelb-Roten Karte von Stefan Ilsanker. Und vorne vergab die Offensivabteilung selbst beste Chancen im Minutentakt. Zumindest verabschiedet sich Leipzig mit sieben Punkten und „mit Stolz“ (Hasenhüttl) aus der Königsklasse. Dortmund gelang dagegen kein einziger Sieg, trotzdem darf die Borussia nun ebenfalls in die Europa League wechseln.

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