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Montag, 02.10.2017

„Das ist eine Wahnsinnssache“

Weltmeister Johannes Vetter wird zum „Champion des Jahres“ gekürt – und ist kurz sprachlos.

Von Michaela Widder

Stolz wie Bolle hält Johannes Vetter die silberne Trophäe in der Hand. Der Dresdner Speerwerfer gewann die Abstimmung unter 4000 Spitzensportlern.
Stolz wie Bolle hält Johannes Vetter die silberne Trophäe in der Hand. Der Dresdner Speerwerfer gewann die Abstimmung unter 4 000 Spitzensportlern.

© dpa

Herausgeputzt hatten sich die anderen Nominierten. Kombinierer Johannes Rydzek trug beispielsweise ein Hemd mit Fliege, Biathlet Simon Schempp ein dunkles, schickes Sakko. Die Wahl aber fiel auf den Mann, der seine Jeans lässig über die Knöchel hochgekrempelt hatte und im apulischen Sand bequeme Slipper trug. Johannes Vetter ist Deutschlands „Champion des Jahres“. Und der verneigte sich erst mal vor denen, die den Speerwurf-Weltmeister aus Dresden gewählt hatten.

Rund 60 Top-Sportler genossen eine Woche Cluburlaub am Stiefelabsatz Italiens – eine Dankeschön-Veranstaltung der Deutschen Sporthilfe. 4 000 von ihr geförderte Athleten konnten im Internet für ihren Favoriten abstimmen. „Das ist eine Wahnsinnssache, vor allem weil es eine Wahl von Athleten ist“, sagte der gerührte Vetter. „Es war schon eine Riesenehre für mich, unter so vielen erfolgreichen Athleten überhaupt zu den Nominierten zu gehören. Die vier anderen hätten das genauso verdient gehabt.“

Der WM-Triumphator, der 2013 von Dresden nach Offenburg gewechselt war, setzte sich gegen die Winterasse Rydzek und Schempp sowie gegen Ringer Frank Stäbler und Bahnradfahrerin Kristina Vogel durch. Der 24-Jährige hatte im Sommer mit einer Weitenjagd nach der anderen verblüfft. Im Juli überbot er den deutschen Rekord mit 94,44 Metern, im August holte er in London WM-Gold im ersten Versuch.

Vetter, der die Nachfolge von Wasserspringer Patrick Hausding antritt, setzt damit eine kleine Serie fort. Mit Steffi Nerius (2009) und Christina Obergföll (2013) war bereits zwei Speerwerferinnen diese Ehre zuteil geworden – nach dem Vierjahres-Rhythmus konnte er also nur gewinnen. Als Champion des Jahres darf sich Vetter über einen Kleinwagen und eine Traumreise freuen. Als letzter Sachse hatte 2014 Kombinierer Eric Frenzel diese Auszeichnung als Höhepunkt des jährlichen Cluburlaubs gewonnen. „Es war eine Mega-Woche hier. Ich kann nur allen danken, die das auf die Beine gestellt haben“, meinte Vetter.

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