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Mittwoch, 24.09.2014 SZ-Serie „Glückliche Sachsen“

Das Großstadtleben macht die Dresdner glücklich

Die große Umfrage der Sächsischen Zeitung zeigt: Vor allem das Freizeitangebot sorgt für hohe Lebensqualität.

Dresdens Kulturangebote und Grünflächen machen die Einwohner der Landeshauptstadt glücklich.
Dresdens Kulturangebote und Grünflächen machen die Einwohner der Landeshauptstadt glücklich.

© Robert Michael

56 Galerien, 44 Museen, 36 Theater und Kabaretts, elf Kinos sowie jede Menge Grün ringsherum zum Wandern und Joggen. Vor Möglichkeiten, wie sie ihre Freizeit verbringen sollen, können sich die Dresdner kaum retten. Wie die SZ-Umfrage zur Lebenssituation aus dem Sommer dieses Jahres ergeben hat, macht die Bewohner dieser Stadt genau das glücklich. Unter allen 12.700 Befragten in Ostsachsen gehören die rund 3.700 Dresdner zu den zufriedensten, wenn es um die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung geht.

Das nötige Kleingeld, um sich den Eintritt zu Galerien, Museen und Co. leisten zu können, scheinen die meisten Dresdner auch zu haben. Jedenfalls sind sie verglichen mit den anderen Ostsachsen recht zufrieden mit ihrem Einkommen. Fast ein Fünftel der Umfrageteilnehmer gab sogar an, über ein hohes oder ein sehr hohes Haushaltseinkommen zu verfügen.

Das wiederum bestätigt die Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von Anfang September. Demnach sind die Dresdner Löhne nicht nur die höchsten in Sachsen. Sie sind auch im bundesweiten Vergleich seit 1993 mit am kräftigsten gestiegen. Es gibt einen starken Dienstleistungssektor, gut bezahlende Hightech-Firmen und relativ viele Beamte.

Das macht SZ-Redakteure heute glücklich

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Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Claudia Schade

„Vor einigen Tagen ist meine Geldbörse gestohlen worden. Mit allen Papieren. Jetzt ist zumindest der Fahrzeugschein wieder da. Ein Passant hat ihn im Regen auf dem Gehweg aufgelesen und mir zugeschickt. Danke!“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Peter Hilbert

„Ich war wieder mal so richtig glücklich, als ich heute Morgen durch den Wald laufen und die herrlich frische Luft genießen konnte. Da kommen die müden Glieder in Schwung.“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Klemens Deider

„Die geerbten Trinkgläser, jahrzehntealt und bunt bemalt, mussten weg. Der dünne Rand hielt kaum noch stand, manches brach, manches sprang. Ab zum Glascontainer. Ein dumpfes Plong, das erleichtert: Kein mahnendes Klirren, nur ein kurzes Grollen aus dem unterirdischen Glasbunker.“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Anna Hoben

„Dass es Herbst geworden ist. Dass ich mir die letzten Folgen der Serie „Breaking Bad“ für die kühleren Tage aufgespart habe. Dass ich die Regenpausen erwischt habe, wenn ich in den letzten Tagen aufs Fahrrad steigen musste. Frischer Ingwertee im Café.“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Tobias Winzer

„Ein Spaziergang an der Elbe, die klare Luft, eine frisch geschlüpfte Kastanie in der Hand, ein Gespräch mit zwei glücklichen Buchhändlern.“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Tobias Hoeflich

„Nach einer durchtanzten Neustadtnacht schleiche ich 5 Uhr morgens über die fast verwaiste Louisenstraße. Zum Glück hat sich der Dönerspieß im Stammimbiss noch nicht zur Nachtruhe verabschiedet. Mit einem vorgezogenen Frühstück mache ich mich auf den Heimweg. „Schlaf gut, Tobias“, ruft mir der Imbisschef hinterher.“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Bettina Klemm

„Ich habe heute ein interessantes Gespräch mit einem Neu-Dresdner geführt. Er hat in kurzer Zeit die Vorzüge meiner Heimatstadt erkannt und setzt sich dafür ein, dass Dresden in Deutschland und der Welt wieder bekannter wird. Hut ab!“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Juliane Richter

„Der Besuch bei einem Freund, der seine neugeborene Tochter im Arm gehalten hat, macht mich glücklich. Weil er glücklich ist.“

Redakteure der Dresdner Lokalredaktion verraten ihre ganz persönlichen Glücksmomente.

Kay Haufe

„Ehemann, pubertierende Töchter, Hund – alle zur gleichen Zeit zufrieden, das macht mich glücklich. Kommt leider nicht jeden Tag vor.“

Was war heute Ihr persönlicher Glücksmoment? Was hat Sie heute glücklich gemacht? Schreiben Sie uns per E-Mail an sz.dresden@dd-v.de, Betreff „Glück“ oder per Post an Stadtredaktion, Ostra-Allee 20, 01067 Dresden.

Wir veröffentlichen Ihre Glücksmomente in loser Folge in den kommenden Tagen.

Trotz des guten Lebensstandards scheint den Dresdnern aber etwas menschliche Nähe zu fehlen. Mit ihrem Freundeskreis sind sie zwar zufrieden. Beim Familienleben, das in der SZ-Umfrage als ein wesentlicher Glücksfaktor identifiziert wurde, hapert es hingegen. Die Dresdner sind häufig ledig, geschieden, verwitwet und kinderlos. Eine Ursache für die Unzufriedenheit mit dem Familienleben könnte auch sein, dass Eltern und Kinder häufig weit voneinander entfernt leben – bei einem Viertel der Befragten liegen zwischen den Generationen mehr als hundert Kilometer Distanz. Anders als in den ländlichen Regionen ringsherum wohnen die Dresdner auch selten mit ihren Eltern unter einem Dach. Ob das zum Glücksgefühl beitragen würde, lässt sich nicht sagen.

Den Dresdnern geht es insgesamt zwar gut. Beim Thema Glück können sie aber von ihren Nachbarn lernen. In Freital, Radebeul und in Radeberg sind die Menschen noch zufriedener.

Was war heute Ihr persönlicher Glücksmoment? Was hat Sie heute glücklich gemacht? Schreiben Sie uns per E-Mail an sz.dresden@dd-v.de, Betreff „Glück“ oder per Post an Stadtredaktion, Ostra-Allee 20, 01067 Dresden.

›› Alle Analysen und Ergebnisse fassen wir in unserem Glücks-Spezial zusammen“

Leser-Kommentare

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Insgesamt 19 Kommentare

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  1. Janosch

    Großstadtleben ... ?! :)

  2. boblinger

    @ Janosch: Ja, musste auch lachen.

  3. P.Lehmann

    Natürlich... das einzige was dieses Stadtleben in seiner "neuen Vielfalt" macht, ist krank. Mehr Hektik, mehr Verkehr, mehr Leute, mehr Holiday und überhaupt alles mehr. Mich würde mal interessieren wie weit man das eigentlich noch treiben (lassen) will?? Was ist wenn sich eine Million der neuen ehrenwerten Gesellschaft dazu entschließt, Dresden zu bereichern?? Aber ich weiß schon, lass die Leute doch machen.. die wissen schon was Sie tun.. das regelt alles der Markt! Und geschehen wird nix.. Sind ja alles potentielle Konsumenten. Wenn man seine Ruhe auch künftig haben will kann man eigentlich nur so weit weg wie möglich ziehen damit man nicht Gefahr läuft zukünftig in einem "Randort" mit eingemeindet zu werden.

  4. lächerlich

    Und der allgegenwärtige Frust, von glücklichen "Großstadtmenschen"?

  5. Ein Freitaler

    Lustig hier. Von Freital(ern) lernen? Was denn? Freital ist doch tot. Ab 17 Uhr kommt man sich vor, und das jeden Tag, als wäre Feiertag. Technologiezentren, die leer stehen und die Stadt nichts kosten, werden hingesetzt. Ein öffentliches WC sucht man in Freital vergebens, klar, kostet ja Geld. Kino, Fehlanzeige. Kulturhaus, da treten uralte Künstler auf, für die sich nur die noch älteren Einwohner interessieren. Und sonst? Ach ja, Dönerläden & Pizzerien gibt es genug, und kleine Bierstuben aus denen schräge Typen gepurzelt kommen. Die wurden wahrscheinlich befragt, die sind jeden Tag zufrieden. :-)

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