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Dienstag, 20.06.2017 Gut zu wissen

Das Glück in der Heimat gefunden

Michael Hübler aus Röthenbach hat einen Betrieb in Reichstädt übernommen. Wofür er jetzt mehr Platz braucht.

Von Franz Herz

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Michael Hübler steht hier in der neuen Halle, die er für sein Unternehmen MH Metallprofil GmbH im Industriegebiet Reichstädt errichtet hat. Damit kann er die jetzige Produktion seines Betriebs erweitern und auch einen neuen Betriebszweig aufbauen.
Michael Hübler steht hier in der neuen Halle, die er für sein Unternehmen MH Metallprofil GmbH im Industriegebiet Reichstädt errichtet hat. Damit kann er die jetzige Produktion seines Betriebs erweitern und auch einen neuen Betriebszweig aufbauen.

© Egbert Kamprath

  • Michael Hübler steht hier in der neuen Halle, die er für sein Unternehmen MH Metallprofil GmbH im Industriegebiet Reichstädt errichtet hat. Damit kann er die jetzige Produktion seines Betriebs erweitern und auch einen neuen Betriebszweig aufbauen.
    Michael Hübler steht hier in der neuen Halle, die er für sein Unternehmen MH Metallprofil GmbH im Industriegebiet Reichstädt errichtet hat. Damit kann er die jetzige Produktion seines Betriebs erweitern und auch einen neuen Betriebszweig aufbauen.
  • Michael Werth führte zur Einweihung der neuen Halle bei der Firma MH Metallprofil im Gewerbegebiet Reichstädt modernste Schweißtechnik vor.
    Michael Werth führte zur Einweihung der neuen Halle bei der Firma MH Metallprofil im Gewerbegebiet Reichstädt modernste Schweißtechnik vor.

Röthenbach/Reichstädt. Es ist schon viele Jahre her, als Michael Hübler einmal in den Ferien in seinem Heimatort Röthenbach bei einem Metallbaubetrieb gejobbt hat. Heute hat er sein eigenes Unternehmen, die MH Metallprofil GmbH im Industriegebiet Reichstädt. Und hier beschäftigt er auch Kollegen von damals. Doch es waren weite Wege, die ihn dahin geführt und die es ihm jetzt ermöglicht haben, eine komplett neue Halle in Betrieb zu nehmen.

Michael Hübler hat 1994 in Dippoldiswalde sein Abitur gemacht und nach dem Wehrdienst an der TU Dresden Betriebswirtschaft studiert. Mit dem Abschluss in der Tasche hat er ab 2001 in verschiedenen Betrieben als Controller gearbeitet. Dabei gehörte es auch dazu, dass er einmal bei einem Medizintechnikhersteller in Pirna seinen eigenen Arbeitsplatz wegrationalisieren musste. „Aber es war später wichtig, dass ich so einen Prozess schon einmal begleitet und dabei die Nerven behalten habe“, sagt er heute.

Danach hat er sich als Controller selbstständig gemacht. Controller fassen die Zahlen eines Betriebs zusammen und versuchen daraus, neue Strategien zu entwickeln. Unternehmen in ganz Deutschland haben ihn als Interimsmanager geholt. Er war für den TÜV-Süd im Einsatz, für T-Mobile, die Deutsche Bahn oder das Reiseunternehmen Thomas Cook. Das bedeutete für ihn, kurzfristig binnen weniger Tage einsetzbar zu sein und für vielleicht ein halbes Jahr bei einer Firma zu arbeiten. „Dabei habe ich viel gelernt.“ Aber auf Dauer hatte Hübler sich etwas anderes vorgestellt. Er wollte sich beruflich irgendwo niederlassen. Der Kaufmann hatte den Gedanken verfolgt, in ein Unternehmen einzusteigen, das einen Nachfolger sucht. Dafür stand er in Kontakt mit der Volksbank Pirna, mit der Industrie- und Handelskammer, aber den entscheidenden Hinweis hat er über einen privaten Kontakt erhalten.

Auf diesem Weg hat er erfahren, dass in Reichstädt das Unternehmen DAP Alu-Profil GmbH im Mai 2013 in Insolvenz gegangen ist. Es hat seine Produkte unter der Marke „Münster Gewächshaustische“ angeboten. Hübler als Kaufmann hat sich dann sofort um Kontakt zum Insolvenzverwalter bemüht und versucht, Informationen zu bekommen, um die Lage des Unternehmens einschätzen zu können. „Leider waren nicht viele Unterlagen da“, erinnert er sich. Aber nach dem, was er gefunden hat, kam er zu dem Schluss: Ein Geschäft mit diesen Produkten muss profitabel sein, wenn es richtig organisiert wird.

So traf Michael Hübler schnell die Entscheidung, hier einzusteigen. Er gründete im Juli 2013 seine eigene Firma, die MH Metallprofil GmbH. Zuerst hat Hübler die Anlagen in Reichstädt vom Insolvenzverwalter gepachtet. „Es ging ja auch darum, dass der Betrieb weiterläuft und so viele alte Kunden wie möglich bei der Stange bleiben“, sagt er. Weiter verhandelte er, um die Finanzierung für die komplette Übernahme auf die Beine zu stellen. Ende des Jahres war das so weit. Anfang 2014 fuhr Hübler zum Notar, um den Kauf des Unternehmens perfekt zu machen.

„Das war ein Glück, dass ich etwas so nahe an meinem Heimatort gefunden habe. Das war aber nicht meine Vorgabe gewesen“, sagt Hübler, der inzwischen von Röthenbach nach Malter gezogen ist. Aber es ist für ihn als Unternehmer einfacher, wenn er die Mentalität der Menschen kennt. Wenn er etwas braucht, spricht er Menschen an, die er schon seit seiner Jugend kennt. Das geht bis dahin, dass er heute Kollegen beschäftigt, mit denen er früher als Schüler in den Ferien zusammengearbeitet hat.

Da nun die wirtschaftlichen Verhältnisse in seinem Betrieb wieder geordnet waren, verbesserte sich auch das Geschäft. Die Kunden fassten wieder Vertrauen. „Wir haben seitdem ein dynamisches Wachstum“, sagt Hübler. Er beliefert Baumärkte wie Toom, Hornbach oder Hagebau mit Spezialtischen, um Pflanzen und Blumen im Verkauf zu präsentieren. Ständer, um Pflanzen hängend zu zeigen, und Bewässerungssysteme gehören zum Angebot von MH Metallprofil.

Da das Geschäft gut lief, fasste Hübler den Entschluss, eine neue Halle zu bauen, um mehr Platz zu haben. Die Halle ist Ende letzten Jahres im Rohbau fertig geworden. Die Installationsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Das war Anlass, am vergangenen Freitag den Neubau mit Geschäftsfreunden und dem Dippser Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) zu feiern.

Die Erweiterung um 800 Quadratmeter bietet dem Unternehmen mit seinen 14 Mitarbeitern neue Perspektiven. So hat die Halle eine Kranbahn unter der Decke. „Damit können wir größere Konstruktionen übernehmen als bisher“, sagt Hübler. Und er hat auch vor, den Betrieb um den Bereich Stahlbau zu erweitern. Damit will er das Geschäft ausgeglichener gestalten. Denn die Hauptsaison für die Pflanzentische ist Anfang des Jahres. Die übrige Zeit könnten dann Stahlbauaufträge das Unternehmen besser auslasten.