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Freitag, 06.10.2017

Das geheimnisvolle Wummern

Ein rhythmisches metallisches Hämmern liegt über der Stadt Pirna, schon seit Tagen. Wo kommt das her? Und wann hört es auf?

Von Christian Eissner

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Die Firma Habema erweitert das Agro-Terminal in Heidenau. Zusätzliche Getreidesilos müssen aufgrund ihrer Höhe tief im Erdreich verankert werden.  Fotos:
Die Firma Habema erweitert das Agro-Terminal in Heidenau. Zusätzliche Getreidesilos müssen aufgrund ihrer Höhe tief im Erdreich verankert werden. Fotos:

© Dirk Zschiedrich

  • Die Firma Habema erweitert das Agro-Terminal in Heidenau. Zusätzliche Getreidesilos müssen aufgrund ihrer Höhe tief im Erdreich verankert werden.  Fotos:
    Die Firma Habema erweitert das Agro-Terminal in Heidenau. Zusätzliche Getreidesilos müssen aufgrund ihrer Höhe tief im Erdreich verankert werden. Fotos:
  • Ein Rammbär treibt dazu Stützen in den Boden. Das lärmt.
    Ein Rammbär treibt dazu Stützen in den Boden. Das lärmt.

Pirna/Heidenau. Viele Pirnaer wundern sich seit Ende September über ein lautes, rhythmisch-hämmerndes Geräusch. Mancher ist schon ein bisschen angefressen, da es jeden Tag über die Stadt schallt. „Uns als Anwohnern ist das mittlerweile sehr nervig“, schreibt Facebook-Nutzer David Uhlmann in einer Anfrage an die SZ. „Kann man es nicht abstellen oder eindämmen?“

Die Vermutung, dass Bauarbeiten die Ursache sind, bestätigt sich schnell. Wer allerdings gehofft hat, es geht mit dem Tiefbau am Scheunenhof-Center in der Innenstadt voran, wird enttäuscht. Die Suche nach der Quelle des Hämmerns führt aus Pirna heraus.

Das Wummern kommt vom Gelände des Agro-Terminals Heidenau. Die Firma Habema erweitert dort ihren Umschlagplatz für Getreide. Seit das Terminal zwischen Bahnstrecke und S 172 im Jahr 2012 errichtet wurde, wächst es stetig. Zu den mittlerweile acht in Betrieb befindlichen Getreidesilos kommen momentan noch eine Reihe von Stahlsilos hinzu, außerdem wird das bestehende große Betonsilo erweitert. Seit Mitte September laufen hier Rammarbeiten, die nach Angaben des Unternehmens voraussichtlich bis Mitte November andauern werden. Um dem Silo Standsicherheit zu geben, wird es mit Stahlstützen im Boden verankert. Die Anker müssen tief ins Erdreich getrieben werden, und genau das verursacht die Geräusche.

Ab nächste Woche leiser

„Uns ist bewusst, dass es für den einen oder anderen Bewohner laut sein kann“, sagt Martin Teplý, Habema-Niederlassungsleiter in Heidenau. Er bittet um Verständnis. „Die Arbeiten müssen sein. Wir werden aber ab nächster Woche hinter unserem Flachlager arbeiten, sodass die Anwohner weniger hören werden.“ Das Flachlager werde etwas vom Schall schlucken. Gebaut wird nach Angaben des Unternehmens montags bis donnerstags von 7 bis 19 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr. Sollte es unter der Woche zu Verzögerungen kommen, muss der Zeitplan wieder aufgeholt werden. Das heißt, dann wird auch freitags länger und eventuell auch sonnabends, von 7 bis 12 Uhr, gearbeitet.

Der Futtermitteldienstleister Habema hat seinen Sitz in Hamburg. Das Unternehmen kauft Weizen, Gerste, Mais und Roggen in Sachsen, Polen und Tschechien. Das Getreide wird europaweit verschickt und von Hamburg aus auch nach Afrika sowie auf die arabische Halbinsel geliefert. Heidenau ist einer der wichtigsten Umschlagplätze für das Unternehmen, das den Standort aufgrund des direkten Anschlusses an die internationale Bahnstrecke Dresden–Prag gewählt hat. Das Getreide wird mit Lkws angeliefert und in Heidenau auf die Schiene verladen. Mehrmals pro Woche fahren Getreide-Züge aus Heidenau zum Hamburger Hafen.