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Montag, 28.12.2015

Das falsche Weihnachtswunder

Buenos Aires. Die 92 Jahre alte Argentinierin María Isabel Chorobik de Mariani hat zu Weihnachten ein bitteres Wechselbad der Gefühle erlebt. Mitglieder der argentinischen Militärdiktatur (1976 bis 1983) töteten 1976 ihre Tochter und verschleppten ihre damals drei Monate alte Enkeltochter Clara Anahí. Die tauchte nun, nach 39 Jahren, angeblich wieder auf. Ein Weihnachtswunder, titelten Zeitungen.

Als Beweis legte die Frau einen DNA-Test eines privaten Labors in Córdoba vor. Doch zwei amtliche Gen-Vergleiche kamen schließlich zum Ergebnis: Es gibt keine Übereinstimmung, die Frau ist definitiv nicht die gesuchte Clara Anahí.

In einer Pressekonferenz sprach Marianis Biograf Juan Martín Ramos Padilla von einem „Kommunikationsfehler“. Mariani sei „sehr traurig und verletzt“, berichtete er der Zeitung Clarín zufolge. „Wir sind in Sorge um ihre Gesundheit.“ Viele Dinge lägen noch im Dunkeln – so muss geklärt werden, wie der wohl falsche DNA-Test entstanden ist, und warum die Frau glaubte, Clari Anahí zu sein.

Mariani hatte die Menschenrechtsgruppe Großmütter der Plaza de Mayo gegründet. Im August 2014 hatte die langjährige Vorsitzende, Estela Carlotto, nach 36-jähriger Suche ihren von den Militärs geraubten Enkel wiedergefunden. Die mit dem Friedenspreis der Unesco ausgezeichnete Organisation sucht noch 400 verschwundene Kinder. Bisher wurden 119 gefunden, ob Anahí noch lebt, ist weiter unklar. (dpa/fa)

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