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Dienstag, 16.06.2015

Darf der kleine Sturmhorst Sturmhorst heißen?

In der Babygalerie des Diakonissenkrankenhauses taucht ein Baby mit dem Namen „Sturmhorst Siegbald Torsten“ auf. Im Internet verbreitet sich das Foto - und die Frage, ob dieser Name zulässig ist.

Von Fabian Schröder

In der Galerie der Neugeborenen des Monats Juni taucht auf der Seite des Diakonissenkrankenhauses ein seltener und seltsamer Name auf.
In der Galerie der Neugeborenen des Monats Juni taucht auf der Seite des Diakonissenkrankenhauses ein seltener und seltsamer Name auf.

© Screenshot

Dresden. Manche Menschen tun alles, um möglichst individuell und originell rüberzukommen. Ihre Kreativität treibt dabei bisweilen seltsame Blüten. Leider leben einige ihren Drang zum Gestalterischen jedoch bei der Namensgebung ihrer Kinder aus, wie in der Babygalerie des Monats Juni auf der Website des Dresdner Diakonissenkrankenhauses zu sehen war. „Sturmhorst Siegbald Torsten“ stand dort unter dem inzwischen gelöschten Bild eines am 6. Juni geborenen Babys.

Über den seltsamen und sicherlich auch seltenen Namen des kleinen Sturmhorsts hat zuerst das Blog Kraftfuttermischwerk berichtet. Dort heißt es, dass eine spontane Google-Suche keinen Treffer landete. Unter der Überschrift „Ein deutscher Name“ zeigt das Blog das Foto des Kindes. Deutsch - oder zumindest äußerst volkstümlich - mutet der Name vor allem durch seine Kombination mit Siegbald an. Auf Twitter wird gemutmaßt und debattiert. Aus den Initialen der beiden ersten Namen irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen, wäre aber vielleicht zu weit hergeholt.

Das Boulevard-Portal Mopo24 taucht ein bisschen tiefer in die Materie ein. Man findet heraus: Sturmhorst ist ein Name aus Elfensagen, in denen ein Flaggschiff der Adlerschiffe, die zur Befreiung von Prinzessin Gishild gegen Valloncour segelten, so heißt. Alles klar …

Jetzt stellt sich nur die Frage: Wer genehmigt einen solchen Namen? Gesetzlicher Hüter über zugelassene oder nicht zugelassene Namen sind in der Regel die Standesämter. Das ist auch in Dresden so. Auf den kleinen Sturmhorst angesprochen, verwies eine Dame freundlich an die Pressestelle der Stadt Dresden. Auf dem offiziellen Weg gibt es jedoch noch keine Stellungnahme.

Das Diakonissenkrankenhaus teilt mit, dass der Name und die Bildergalerie noch einmal geprüft würden. Dienstagmittag ist Sturmhorst von der Website verschwunden.

Kreative Vornamen gibt es immer wieder. „Pepsi-Carola“, „Cinderella-Melodie“, „Lafayette“ oder „Fanta“ - all das ist möglich. Anders sieht das etwa bei „Pfefferminza“, „November“ oder „Gucci“ aus. Manche Vorschläge kommen durch, manche nicht. Bei der Genehmigungsprozedur sind Standesämter dazu angehalten, möglichst das Wohl des Kindes im Auge zu behalten. Die Bewertung, was gut und was weniger gut für einen neuen Erdenbürger ist, scheint jedoch viel Spielraum nach links, rechts, oben und unten zuzulassen.

Diskussion auf unserer Facebook-Seite

Eine Frage, die es noch zu klären gilt.

Posted by szonline on Tuesday, June 16, 2015