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Montag, 25.09.2017

Damit der Schmerz endlich nachlässt

Methoden zur Behandlung von Schmerzen werden in der Helios Klinik in Leisnig vorgestellt. Rat gibt es nicht nur von Ärzten.

Von Helene Krause

Oberarzt Dr. Marco Leitzke führt beim Schmerztag der Helios Klinik Leisnig die interventionelle Schmerztherapie mit Ultraschall vor.
Oberarzt Dr. Marco Leitzke führt beim Schmerztag der Helios Klinik Leisnig die interventionelle Schmerztherapie mit Ultraschall vor.

© André Braun

Leisnig. Dass Schmerztherapie mehr ist, als eine Tablette zu geben, haben die Besucher der Helios Klinik Leisnig am Sonnabend erfahren. Die Klinik hatte zu ihrem ersten Schmerztag eingeladen. Experten vom Interdisziplinären Schmerzzentrum Mittelsachsen erklärten in Vorträgen und bei Mitmachaktionen, wie Schmerzen in den Griff zu bekommen sind.

Eröffnet wurde der Schmerztag vom Chefarzt der Klinik für Anästhesie Dr. Jan-Jakob Meyer. Er gab einen kurzen Überblick über das, was die Besucher auf der Veranstaltung erwartete. Dazu zählten der Stand der Ergotherapie, der Psychologen, Physiotherapeuten und Anästhesisten. Auch über Maßnahmen der Naturheilkunde als Mittel zur Schmerzbekämpfung wurde informiert.

Der Oberarzt der Klinik für Anästhesie Dr. Matthias Köhler erläuterte in seinem Vortrag die verschiedenen Arten von Schmerzen, angefangen vom Krampf über die Kolik bis hin zu neurophatischen oder viscasuralen Schmerzen. Auf einer Skala von null bis zehn werden die Schmerzstärken eingeordnet. Ein leichter Schmerz, der der Stufe Null zuzuordnen ist, ist ein Nadelstich. Der Schmerz der Stufe zehn gilt als unerträglich. Er ist bei einer Operation ohne Narkose zu spüren. Um einen Schmerz einordnen zu können, ist eine gründliche Schmerzdiagnose erforderlich. „Es gibt akute und chronische Schmerzen“, sagte Dr. Köhler. „Der Schmerz hat eine Warnfunktion. Er ist Schutz und man kann reagieren.“ Wie er ausführte, leiden rund 20 Millionen Deutsche an chronischen Schmerzen. Dabei sind Kopf- und Rückenschmerzen die am häufigsten auftretenden Arten. Ursachen für Schmerzen können nicht nur Krankheiten wie Rheuma, Diabetes und Operationen sein, sondern auch Fehlhaltungen des Körpers und Stress. Deshalb dürfen bei der Suche der Schmerzursachen auch psychosoziale Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.

Simone Hermann und ihre Tochter Claudia hörten sich den Vortrag von Dr. Matthias Köhler an. Simone Hermann ist Krankenschwester. „Ich habe mit Patienten zu tun. Das Thema interessiert mich“, sagte sie. Neben der Schmerzbehandlung mit Medikamenten, wie es zum Beispiel bei Schmerzen der Wirbelgelenke geschieht, können auch autogenes Training, Wärme- und Kälteanwendungen, Elektrotherapie und Akupunktur Abhilfe schaffen.

An diesem Tag gab es noch Vorträgen über Rückenschmerzen, über moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Kniearthrose und darüber, was bei Brust- und Bauchmerzen zu tun ist. Zusätzlich konnten die Gäste die Infostände besuchen. So wurden Entspannungsübungen zum Schmerzverlernen und Übungen für zu Hause gezeigt. Der Oberarzt für Anästhesie Dr. Fabian Gottschlich informierte über naturheilkundliche Verfahren zur Schmerztherapie. Am Ergotherapiestand ging es um Feinmotorik, Bewegung und Körperwahrnehmung. Steffi Schumann aus Leisnig informierte sich beim Oberarzt der Klinik für Anästhesie Dr. Marco Leitzke über diagnostische Verfahren zur Schmerztherapie. „Ich arbeite im Krankenhaus“, sagte sie. „Ich habe Schmerzen und möchte, dass mir geholfen wird.“