erweiterte Suche
Dienstag, 31.01.2017

Damit alte Gemüsesorten erhalten bleiben

Im Backhaus des Lindenhofes wird getauscht. Dabei geht es aber nicht um Brot, sondern um ganz besonderes Saatgut.

Anita und Dieter Steinert aus Lommatzsch hatten zur Tauschbörse im vergangenen Jahr die alten Kartoffelsorten „Violetta“, „Miss Blash“ und die „Rote Emmalie“ mitgebracht.
Anita und Dieter Steinert aus Lommatzsch hatten zur Tauschbörse im vergangenen Jahr die alten Kartoffelsorten „Violetta“, „Miss Blash“ und die „Rote Emmalie“ mitgebracht.

© André Braun

Auterwitz. Im Backhaus des Lindenhofes gibt es am 11. Februar nicht nur frisches Brot. Zum wiederholten Mal organisieren Claudia Eberlein aus Auterwitz und die Interessengemeinschaft „Lebendige Vielfalt – Netzwerk zur Erhaltung der Kulturpflanzen“ (IG) eine Saatgutbörse. Dabei geht es um den nicht kommerziellen Austausch von Sämereien. „Es ist eine schöne Sache, die zur Erhaltung regionaler Gemüsesorten oder Blumenzüchtungen beiträgt“, so Claudia Eberlein. Damit werde die Vielfalt von Sorten im Garten und auf dem eigenen Tisch erweitert.

In der Zeit von 14 bis 17 Uhr werden nicht nur Sämereien verschenkt oder getauscht, sondern auch Erfahrungen. „Da geht es unter anderem um den Standort oder mögliche Krankheiten“, sagte Claudia Eberlein. Sie freut sich schon auf diesen Tag und hofft, ein paar neue Sorten für ihren Garten zu finden. Wer nichts zum Tauschen habe, sei trotzdem willkommen.

Die Saatguttauschbörse in Auterwitz ist eine von 15 in Sachsen. Auf den Börsen wird nur samenfestes Saatgut getauscht. Milana Müller vom Umweltbildungshaus Johannishöhe, das Koordinator der IG ist, erklärt: „Samenfest ist eine Pflanzensorte dann, wenn aus ihrem Saatgut Pflanzen wachsen, die dieselben Eigenschaften und Gestalt wie deren Elternpflanzen haben. Das bedeutet, die Sorte kann wie früher natürlich vermehrt werden. Sie wird durch Wind oder Insekten bestäubt.“

Wer selbst Kulturpflanzen vermehre und Saatgut erzeuge, trage gleichzeitig zum Erhalt der Kulturpflanzen und deren Vielfalt bei. „Mit eigenem, robustem Saatgut können Gärtner langfristig Arten, Sorten und Vielfalt erhalten“, so Milana Müller.

In den letzten Jahren wurde die Tauschbörse für Saatgut in Auterwitz gut angenommen. Im vergangenen Jahr mit dabei waren Anita und Dieter Steinert aus Lommatzsch. Sie hatten die Kartoffelsorten „Violetta“, „Miss Blash“ und die „Rote Emmalie“ mitgebracht. Sie gaben Interessierten Hinweise zum Anbau und als Zugabe alte Bauernregeln. (DA/je)

Saatguttauschbörse in Auterwitz am 11. Februar in der Zeit von 14 bis 17 Uhr im Backhaus des Lindenhofes