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Samstag, 16.02.2013

Daimler stellt Vario-Produktion in Ludwigsfelde ein

Im Mercedes-Benz-Werk Ludwigsfelde sollen in diesem Jahr die letzten Transporter vom Typ Vario vom Band laufen. Die Anpassung an eine höhere Abgasnorm lohnt sich für den Hersteller angeblich nicht.

© dapd

Ludwigsfelde/Stuttgart. Der Autobauer Daimler will die Produktion des Transporters Vario im Werk Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) zum September einstellen. Die Mitarbeiter aus der Produktion sollen einem Sprecher zufolge bei der Sprinter-Fertigung eingesetzt werden. Verhandelt werde derzeit auch, ob eine Kooperation mit Volkswagen nach 2016 weiterläuft. In dem Vertrag ist die Produktion des Sprinters von Mercedes und des Crafters von Volkswagen vereinbart.

Die Landesregierung habe sich aufgrund der aktuellen Entwicklung bereits eingeschaltet, erklärte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Der Regierung sei nicht bekannt, dass Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Es sei klares Ziel von Geschäftsführung und Betriebsrat, den Personalstand im Werk zu halten. Der Ludwigsfelder CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum forderte die Landesregierung am Samstag auf, von der Daimler-Konzernleitung eine Standortgarantie für das Autowerk zu verlangen.

Der Vario spreche nur einen begrenzten Kundenkreis an, begründete der Daimler-Sprecher die Entscheidung. Außerdem rechne sich die nötige Investition in die Weiterentwicklung des Transporters für die Abgasnorm Euro 6 nicht. „Mit einem einfachen Überarbeiten wäre es nicht mehr getan gewesen, um etwa die Abgas- und Sicherheitstechnik auf den neusten Stand zu bringen“, erläuterte er. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte der Sprecher keine Angaben.

In Ludwigsfelde sind rund 2100 Mitarbeiter beschäftigt. Sie stellen neben dem Vario auch den Sprinter sowie für Volkswagen den Crafter her. Bis auf Motoren und Getriebe sind Crafter und Sprinter überwiegend baugleich. 2002 hatten beide Unternehmen eine Kooperation vereinbart, die laut Daimler-Sprecher bis 2016 gesichert ist. Schon im Januar hatte es Meldungen über eine kriselnde Kooperation gegeben. Demnach will Volkswagen den Crafter künftig allein planen und bauen. Auch im Daimler-Werk Düsseldorf wird er hergestellt.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte das Werk die Kapazitäten zurückgefahren. Als Grund wurde die Euro-Schuldenkrise genannt. Ende September 2012 lief der 500 000. Mercedes-Benz Sprinter vom Band in Teltow-Fläming. Seit 1991 stellt Daimler diesen Van-Typ in Ludwigsfelde her. Land und Bund haben seitdem laut Christoffers rund 134 Millionen Euro Fördermittel in das Werk gesteckt.

Nach widersprüchlichen Presseberichten über die Zukunft des Ludwigsfelder Autowerks seien viele Beschäftigte und Bürger der Stadt verunsichert, stellte der CDU-Politiker Eichelbaum fest. „Die Konzernleitung sollte endlich alle Spekulationen beenden.“ Erst auf seine Initiative habe die Landesregierung Kontakt zur örtlichen Geschäftsführung aufgenommen, um sich zu informieren und ihre Hilfe anzubieten. (dpa)

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