Samstag, 16.02.2013

Cottbuser NPD-Aufmarsch und Gegenaktionen blieben friedlich

Ein Aufmarsch der rechtsextremen NPD und zahlreiche Gegenaktionen am Freitag in Cottbus sind weitgehend friedlich abgelaufen.

Cottbus. Ein Aufmarsch der rechtsextremen NPD und zahlreiche Gegenaktionen am Freitag in Cottbus sind weitgehend friedlich abgelaufen. Diese Bilanz zogen die Polizei und das Aktionsbündnis „Cottbus Nazifrei!“ am Samstag. Nur ein 29-Jähriger, der an der NPD-Versammlung teilnehmen wollte, sei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, teilte die Polizeidirektion Süd mit. Er habe zwei Schreckschusswaffen bei sich gehabt und am Hals ein tätowiertes Hakenkreuz getragen. Mit insgesamt acht Blockaden hätten NPD-Gegner die Rechtsextremen daran gehindert, frei zu marschieren, berichtete das Aktionsbündnis.

Schätzungsweise 2500 Menschen hatten unter dem Motto „Cottbus bekennt Farbe“ gegen den Aufzug des NPD-Kreisverbandes protestiert, darunter etliche Minister der rot-roten Landesregierung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stellten sich etwa 100 Neonazis in den Weg. Die Polizei war nach eigenen Angaben - unterstützt von den Bundesländern Schleswig-Holstein, Sachsen und Hessen - mit rund 500 Kräften im Einsatz.

Die NPD wollte an den Luftangriff amerikanischer Bomber auf die Stadt vor 68 Jahren erinnern. Ihre Gegner werfen ihr vor, den Tag für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Am 15. Februar 1945 wurden durch die Bombardierung der Lausitzer Eisenbahnknotenpunkt sowie angrenzende Wohngebiete zerstört. 1000 Menschen verloren ihr Leben - zwei Tage nach dem Inferno von Dresden. Zu den Toten gehörten Hunderte Ostflüchtlinge in abgestellten Eisenbahnwaggons. (dpa)

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