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Freitag, 31.07.2015

Container treffen in Zeltlager ein

Die hygienischen Bedingungen in der Notunterkunft für Asylbewerber an der Bremer Straße sind prekär. Um die Lage zu verbessern, wurden am Nachmittag neue Dusch- und Toilettencontainer aufgestellt.

Das Zeltlager bekommt neue Duschen und Toiletten. Die hygienischen Bedingungen sollen sich dadurch verbessern.
Das Zeltlager bekommt neue Duschen und Toiletten. Die hygienischen Bedingungen sollen sich dadurch verbessern.

© Tobias Wolf

Dresden. Mehrere Duschcontainer sowie Container für Toiletten sind am Freitag im Dresdner Zeltlager eingetroffen. Sie sollen die Lebensbedingungen für die Flüchtlinge nach massiver Kritik verbessern. „Die Container werden nun in Betrieb genommen“, sagte der Sprecher der Landesdirektion, Holm Felber, auf Anfrage. Auch der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, Stefan Brangs (SPD), machte sich vor Ort ein Bild der Lage. Seine Erkenntnis: „Die Zustände sind nicht zumutbar.“ Man werde sich um eine Verbesserung bemühen. Im Zuge der Visite wurden auch die im Ministerium gesammelten Spenden übergeben.

Bereits am Donnerstag monierten Ärzte in einem offenen Brief an die Staatsregierung die hygienischen und medizinischen Bedingungen. „Die gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge ist unzureichend“, heißt es in dem Schreiben. Laut Medinetz versuchen mehrere Ärzte, die Versorgungslücke durch freiwillige Arbeit zu schließen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das das Zeltlager versorgt, sei sehr engagiert. Es könne aber keine Arztleistungen übernehmen. Laut DRK-Sprecher Kai Kranich stünden Sanitäter für die Erstversorgung zur Verfügung. Inzwischen hätte jedoch ein Team von 15 ehrenamtlichen Ärzten aus Dresdner Krankenhäusern die medizinische Betreuung zumindest stundenweise übernommen, so Kranich. Außerdem beabsichtigt das DRK, einen Arzt für das Camp einzustellen.

Unterdessen wird berichtet, dass mehrere Bewohner des Camps an Krätze leiden. Die Landesdirektion relativierte Darstellungen, wonach die Hauterkrankung in dem Flüchtlingscamp ausgebrochen sei. „Viele haben auf ihrer Reise nach Deutschland lange Zeit unter schlechten hygienischen Bedingungen gelebt. Sie haben die Krankheit praktisch mitgebracht“, sagte Behördensprecher Holm Felber. Die Inkubationszeit für Krätze betrage mindestens zwei Wochen. Deshalb sei es denkbar, dass auch Menschen betroffen sind, deren Erkrankung bei der medizinischen Erstuntersuchung noch nicht diagnostiziert wurde. Bislang handele es sich um Einzelfälle.

Das Zeltlager soll bis zum Abend seine Kapazitätsgrenze von 1 100 Flüchtlingen erreichen. Weitere Plätze werden derweil in zwei Sporthallen der TU Dresden geschaffen. Die Hallen werden vorübergehenden zu Notunterkünften umfunktioniert - sie sollen Platz für weitere 600 Asylbewerber bieten.

Die Landesdirektion rechnet damit, dass am Sonntag die ersten Flüchtlinge die Notunterkunft beziehen. „Derzeit werden Betten aufgestellt, ein zusätzlicher Boden eingezogen“, erklärte Felber. In einer kleineren Halle soll die Essensausgabe eingerichtet werden. (fsc/two/dpa)