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Dienstag, 20.01.2009

Chiphersteller AMD prüft Kurzarbeit

Trotz des Einstiegs arabischer Investoren muss der Technologiekonzern weiter sparen.

Von Ulrich Wolf

Dresden. Der US-Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) prüft Kurzarbeit für sein Werk in Dresden mit 2850 Beschäftigten. Das sagte gestern AMD-Sprecherin Cornelia Probst. „In welchem Umfang und ab wann, ist derzeit noch unklar“, so Probst.

Bereits am Sonntag hatten US-Medien unter Berufung auf das Unternehmen berichtet, AMD müsse weitere 900 Arbeitsplätze streichen. Zusammen mit früheren Plänen gehe es um 1100 Stellen. Das sind etwa neun Prozent der Belegschaft. „Die Flaute in der Computerbranche geht auch an uns nicht vorbei“, sagte Probst. Inwiefern die neuen Streichpläne Dresden betreffen, ist Probst zufolge ebenfalls unklar. „Wir strukturieren bekanntlich um und schauen uns alles an.“

AMD hat seine Fabriken ausgelagert und gründet dazu die neue Firma „The Foundry Company“. Sie gehört über die Investmentfirma ATIC mehrheitlich dem Golfemirat Abu Dhabi. Probst sagte, AMD sei „optimistisch, dass diese Transaktion im ersten Quartal geschlossen wird“. Diverse US-Behörden stimmten dem Geschäft bereits zu. Das Votum der AMD-Aktionäre ist für den 10. Februar vorgesehen.

Die Araber investieren umgerechnet insgesamt 6,33 Milliarden Euro in das Projekt mit AMD. Allerdings trifft die Finanzkrise auch das Emirat hart. Aktienverluste sowie Wertminderungen von Firmenbeteiligungen wie bei AMD führten nach Angaben von Analysten der US-Regierung beim Staatsfonds von Abu Dhabi im vorigen Jahr zu einem Verlust von 94,2 Milliarden Euro. Kronprinz Mohammed bin Zayed Al Nahyan hatte erst in der vergangenen Woche Sachsen besucht. „Er hat zwar das Werk besichtigt, aber das war rein privater Natur“, sagte Probst.