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Montag, 25.09.2017

CDU verliert den Wahlkreis Bautzen

Die AfD wird stärkste politische Kraft und stellt künftig auch den Wahlkreisabgeordneten.

Die AfD ist neue stärkste Kraft im Wahlkreis Bautzen.
Die AfD ist neue stärkste Kraft im Wahlkreis Bautzen.

© dpa

Bautzen. Historische Niederlage für die CDU im Wahlkreis Bautzen I: Nur noch 27,1 Prozent der Wähler stimmten am Sonntag für die Union. Das ist das schlechteste Ergebnis für die Partei seit 1990. Zugleich verliert die CDU nach mehr als 25 Jahren das Direktmandat.

Neue starke Kraft im Wahlkreis ist die Alternative für Deutschland. Die AfD holte am Sonntag 32,8 Prozent der Zweitstimmen und stellt mit Karsten Hilse (53) künftig auch den Wahlkreisabgeordneten. 33,2 Prozent der Wähler stimmten für den Polizisten aus Lohsa. Der Bewerber der CDU - Bäckermeister Roland Ermer aus Bernsdorf - kam nur auf 30,6 Prozent.

Noch vor vier Jahren hatte die CDU mit 45 Prozent im Wahlkreis Bautzen eines ihrer beste Ergebnisse seit 1990 geholt. Für die CDU-Direktkandidatin Maria Michalk stimmten damals 49 Prozent der Wähler.

Die AfD erreichte 2013 gerade einmal sieben Prozent der Stimmen. Seither erlebt die Partei einen rasanten Aufstieg: Bei der Landtagswahl 2014 stimmten in der Region Bautzen rund 15 Prozent der Wähler für die AfD. Mit dem Ergebnis von Sonntag konnte die Partei diesen Wert mehr als verdoppeln.

Fakten zur Wahl

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Wahlbeteiligung. Mehr als 161000 Bürger gingen am Sonntag im Wahlkreis Bautzen an die Wahlurnen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 75,4 Prozent. Das sind knapp sechs Prozent mehr als bei der Bundestagswahl 2013.

AfD-Hochburg im Wahlbezirk ist mit 42,4 Prozent der Zweitstimmen die Gemeinde Großdubrau gefolgt von Neschwitz (41,7 Prozent) und Oßling (41,2 Prozent).

Die CDU holte die meisten Zweitstimmen in den sorbischen Gemeinden. In Panschwitz-Kuckau kamen die Christdemokraten auf 47,4 Prozent, stark schnitten sie auch in Crostwitz (47,2 Prozent) und Ralbitz-Rosenthal (44,8 Prozent) ab.

Links-Partei: In Hoyerswerda ist die Links-Partei mit knapp 21 Prozent im Landkreis am stärksten, dort war auch die SPD mit 12,1 Prozent vergleichsweise erfolgreich.

Liberalen: Knapp über zehn Prozent bekamen die Liberalen unter anderem in Nebelschütz, Elsterheide und Ralbitz-Rosenthal.

Auszählung: Am schnellsten gezählt wurde in den Gemeinden Frankenthal und Neschwitz, zuletzt meldete die Stadt Bischofswerda die Ergebnisse.

Neben der CDU erleidet auch die Linke hohe Verluste. Ihr Stimmenanteil sinkt auf 14,2 Prozent. 2013 stimmten noch knapp 20 Prozent der Wähler für die Partei.

Historisch niedriges Abschneiden der SPD

Historisch niedrig das Abschneiden der SPD: Neun Prozent bedeuten das schlechteste Ergebnis seit 1990. Schon 2009 und 2013 hatten die Sozialdemokraten mit nur zwölf Prozent ausgesprochen schlecht abgeschnitten.

Die FDP profitiert hingegen vom guten Bundesergebnis und kommt im Wahlkreis Bautzen auf 7,6 Prozent der Stimmen - ein Plus von reichlich vier Prozent.

Ganz anders die Grünen. Die Ökopartei kann erneut nur wenige Wähler überzeugen. Mit gerade einmal 2,4 Prozent bleibt sie weit hinter dem Ergebnis der Bundespartei zurück.

Neben Karsten Hilse, der direkt gewählt wurde, werden im neuen Bundestag auch Caren Lay (Linke) und Torsten Herbst (FDP) vertreten sein. Beide schaffen den Sprung ins Parlament über die Landeslisten ihrer Partei. (szo)

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