Mittwoch, 09.01.2013

CDU verlangt von Flughafenchef Verzicht auf Abfindung

Der Berliner Generalsekretär der Partei fordert, das Geld notleidenden Mietern auf dem Hauptstadtflughafen zukommen zu lassen.

Trübes Wetter am 09.01.2013 vor dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld.
Trübes Wetter am 09.01.2013 vor dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld.

©dpa

Berlin. Der vor der Ablösung stehende Flughafenchef Rainer Schwarz sollte nach Forderung des Berliner CDU-Generalsekretärs Kai Wegner auf Abfindungszahlungen verzichten. Stattdessen sollte der vermutlich siebenstellige Betrag notleidenden Mietern auf dem neuen Hauptstadtflughafen zu Gute kommen, die wegen der erneuten Eröffnungsverschiebung vor der Insolvenz stünden, sagte Wegner der Berliner Tageszeitung „B.Z.“ (Donnerstag).

Auf dem neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld hatten viele Geschäftsleute bereits in Läden investiert, die nun aber noch keine Kunden haben. Schwarz soll in der vorgezogenen Aufsichtsratssitzung der Berliner Flughäfen am 16. Januar abberufen werden.

Der Manager ist seit dem Jahr 2006 Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Der Vertrag des 56-Jährigen war Ende 2010 bis 2016 verlängert worden. Ob darin auch eine Abfindungszahlung für den Fall eines vorzeitigen Ausscheidens geregelt ist, ist nicht öffentlich bekannt. Allerdings wäre dies bei Managerverträgen dieser Art nicht unüblich.

Laut Geschäftsbericht der Flughafengesellschaft bezog Schwarz 2011 ein Bruttojahresgehalt von 355.000 Euro. Es setzte sich zusammen aus einer Grundvergütung von 318.000 Euro und einer erfolgsabhängigen Vergütung von 37.000 Euro. Hinzu kamen 178.000 Euro für die Altersvorsorge und 22.000 Euro für sonstige Aufwendungen wie etwa Dienstwagen.

Den Antrag auf Abberufung von Schwarz hatte der Bund eingereicht, der schon lange auf dessen Ablösung dringt. Die beiden Flughafen-Mitgesellschafter Berlin und Brandenburg, die jeweils 37 Prozent der Flughafenanteile halten, haben Schwarz aber bisher auf seinem Posten gehalten. Unter dem Eindruck der massiven Probleme auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER gibt es nun aber einen Kurswechsel. „Mein Eindruck ist, dass sich Berlin und Brandenburg nicht gegen den Antrag stellen werden“, hatte der Berliner Senatssprecher Richard Meng am Dienstag nach der Senatssitzung gesagt. (dpa)

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