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Montag, 02.02.2009

CDU-Nominierung: Kapitän wirft IHK-Chef über Bord

Die Chemnitzer CDU ist für das Super-Wahljahr 2009 gerüstet. In einer Mammutsitzung (gut sechs Stunden) in der Mensa nominierte die Partei ihre Kandidaten für Kommunal- und Bundestagswahl. Inklusive Streit ums liebe Geld ...

Chemnitz - Gleich zwei Christdemokraten wollten am 27. September um das Chemnitzer Direktmandat für den Bundestag kämpfen: Heilsarmee-Kapitän Frank Heinrich (45) und IHK-Präsident Michael Lohse (65). Schon bei seiner Vorstellung erntete Pastor Heinrich (Heilsarmee-Spitzname: „Happy“) immer wieder Beifall. Und auch die Frage, wie er den Wahlkampf (kostet zwischen 30000 und 50000 Euro) finanzieren will, konnte er beantworten: „Es ist schaffbar, ich habe Kontakte zur Wirtschaft.“

Michael Lohse lastete man dagegen an, er habe seinen Kredit von der Partei für den Wahlkampf 2005 noch nicht zurückgezahlt. „Stimmt nicht“, konterte Lohse, der damals Detlef Müller (SPD) unterlag. Zum Schluss bekam Heinrich 90 Stimmen, Lohse nur zwölf. CDU-Kreis-Chef Detlef Nonnen (48) zufrieden: „Frank Heinrich hat hervorragende soziale Kompetenz.“ So könne man gut mit SPD und Linken konkurrieren.

Anschließend nominierte die Versammlung noch 54 Stadtrats- Kandidaten für die Kommunalwahl am 7. Juni. Gerangel um die begehrten vorderen Listenplätze gab es im Wahlkreis 2 (Sonnenberg). Rainer Weißbach (65) landete nicht wie erhofft weit vorn auf der Liste. „Der Vorstand hat mich sogar komplett von der Liste gestrichen, das kann nicht sein“, wetterte er.

Kreis-Chef Nonnen: „Auf der Vorschlagsliste des Vorstands stehen nur Kandidaten, die ihren finanziellen Beitrag für den Wahlkampf 2004 geleistet haben.“ Weißbach entsetzt: „Das geht nicht mit rechten Dingen zu. Ich werden ein Parteiverfahren anstrengen.“ as