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Freitag, 12.01.2018

Bußgeldbescheid voreilig ausgestellt

Ein Ostrauer soll die Kleine Jahna verunreinigt haben. Diesen Vorwurf weist er zurück.

Von Helene Krause

Symbolfoto
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© Marc Müller / dpa

Döbeln. Als Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen in Niederlützschera das Gewässer der Kleinen Jahna am 30. Mai 2017 überprüften, sahen sie, dass unterhalb eines Weidezaunes entlang des Flusses das Gras braun verfärbt war. Jemand hatte dort Unkrautvernichtungsmittel ausgebracht. Weil das in Ufernähe verboten ist, erhielt der Eigentümer des Grundstückes einen Bußgeldbescheid. Er sollte 300 Euro zahlen. Dagegen ging er in Einspruch. Jetzt wurde der Fall vorm Amtsgericht Döbeln verhandelt.

In der Verhandlung fehlt der Angeklagte. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Carsten Forberger aus Döbeln, äußert sich zu Beginn des Prozesses nicht zum Tatvorwurf. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde schildert als Zeuge, wie sie die Tat entdeckten. Ob der Angeklagte auch der Ausbringer des Unkrautvernichtungsmittels war, ermittelte die Behörde nicht. Für sie war klar, dass der Grundstückseigentümer auch der Verursacher ist.

Richter Janko Ehrlich spricht den Angeklagten frei. „Der Beschuldigte ist zwar der Eigentümer des Grundstücks, aber ob er, ob seine Eltern oder ein anderer das Pflanzenschutzmittel ausgebracht hat, wissen wir nicht“, sagt er in der Urteilsbegründung.