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Freitag, 12.01.2018

Bus statt Bahn

Nach Sturmschäden steht die Müglitztalbahn immer noch still. Wie soll es jetzt weitergehen?

Von Maik Brückner

Der Bahnverkehr im Müglitztal ruht. Stattdessen fahren Busse im Schienenersatzverkehr zwischen Altenberg, Glashütte und Heidenau. Dazu gibt es inzwischen einen gesonderten Fahrplan. Foto: Frank Baldauf
Der Bahnverkehr im Müglitztal ruht. Stattdessen fahren Busse im Schienenersatzverkehr zwischen Altenberg, Glashütte und Heidenau. Dazu gibt es inzwischen einen gesonderten Fahrplan. Foto: Frank Baldauf

© Frank Baldauf

Müglitztal. Der Glashütter Bahnhof ist wie ausgestorben. Weit und breit ist kein Zug zu sehen. Und das seit Dienstagnachmittag. Nachdem drei Triebwagen der Städtebahn Sachsen mit umgestürzten Bäumen kollidiert waren, stellte das Bahnunternehmen den Verkehr auf der Strecke zwischen Altenberg und Heidenau ein. Um die Fahrgäste trotzdem zu befördern, organisierte das Bahnunternehmen kurzfristig Busse. Helfen konnten der Regionalverkehr Dresden (RVD), die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) und das Kesselsdorfer Busunternehmen Satra Eberhardt.

Inzwischen sind sechs Busse unterwegs, die entlang der Bahnstrecke zwischen Altenberg und Heidenau als Ersatz zur Müglitztalbahn fahren. Der Busverkehr lief mit Schwierigkeiten an. Noch am Mittwoch habe es Verspätungen gegeben. Das berichten Mitarbeiter der Uhrenmanufaktur Glashütte Original, von denen viele Bus und Bahn nutzen, um zur Arbeit zu fahren.

Grund war, dass die Städtebahn davon ausging, dass die Busse genauso schnell unterwegs sein können wie die Bahn. Doch die Busse brauchen länger. Sie konnten die Abfahrtszeiten nicht einhalten. Inzwischen hat die Städtebahn nachjustiert. Kurzfristig veröffentlichte sie einen Ersatzfahrplan. „Damit wurde dieses Problem offensichtlich gelöst“, sagt Micheal Hammer, Sprecher von Glashütte Original. Denn am Donnerstag lief es offenbar schon besser. „Für die meisten unserer Mitarbeiter gab es keine Probleme, pünktlich auf Arbeit zu kommen“, sagt er.

Bahn sagt: Strecke befahrbar

Offen ist indes, wann die Müglitztalbahn ihren Betrieb wieder aufnehmen wird. Die Sprecherin der Städtebahn konnte das am Donnerstag auf Nachfrage nicht sagen. In einer Pressemitteilung informierte das Unternehmen indes, dass der Wintersportexpress am Wochenende nicht fahren werde. Stattdessen sollten die Fahrgäste die regulären Züge nutzen. Wenig später korrigierte die Städtebahn diese Information. In der neuerlichen Pressemitteilung fehlte der Hinweis auf die regulären Züge.

Aus Sicht der Bahntochter DB Netz, die zugleich Streckenbetreiber ist, könne die Trasse wieder befahren werden. „Wir haben die Strecke am Dienstag, 17.15 Uhr, wieder freigegeben“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Seine Kollegen hätten zwei Bäume beseitigt, die auf die Gleise gefallen waren. Insgesamt habe man drei Mitarbeiter für solche Arbeiten zur Verfügung. Inwieweit die Deutsche Bahn auf die anderen Forderungen der Städtebahn eingegangen ist, vermochte der Sprecher nicht zu sagen. Es gebe aber Gespräche. Möglicherweise werde es noch Vor-Ort-Termine geben. Städtebahn-Geschäftsführer Torsten Sewerin mahnt nicht nur eine konsequentere Baumpflege an, sondern forderte die DB Netz AG auf, „unverzüglich einen Maßnahmenplan vorzulegen und uns mitzuteilen, bis wann die Sicherheit der Strecke nach Altenberg wieder hergestellt wird, damit unsere Züge gefahrlos fahren können“. Der aktuelle Zustand auf der Strecke könne nicht hingenommen werden: „Ich erwarte eine verbindliche Aussage“, so Sewerin.

Bei den Kollisionen am Dienstag wurden zwei Triebwagen der Städtebahn beschädigt. Sie wurden in die Werkstatt nach Ottendorf-Okrilla gebracht, sagt Städtebahnsprecherin Franziska Straube.

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