Donnerstag, 29.11.2012

Bundestag macht sich für Plattdeutsch und Sorbisch stark

Berlin. Der Bundestag mahnt ein verstärktes Engagement für Regional- und Minderheiten-Sprachen an. In einer fraktionsübergreifenden Resolution, die am späten Donnerstagabend mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, fordert das Parlament von der Bundesregierung unter anderem die Einberufung einer nationalen Sprachkonferenz und die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts. Sprachen wie Friesisch und Sorbisch müssten in Schulen, Hochschulen und Medien stärker als bisher zur Geltung kommen. „Hier herrscht Nachholbedarf“, heißt es in der Erklärung.

Die Initiatoren des Gruppenantrags leisteten bei der abendlichen Debatte bereits einen kleinen Beitrag zur Sprachpflege. Die Abgeordneten Wolfgang Börnsen (CDU), Karin Evers-Meyer (SPD) und Torsten Staffeldt (FDP) hielten ihre Reden weitgehend auf Plattdeutsch, Maria Michalk (CDU) präsentierte einen Teil ihrer Ausführungen in sorbischer Sprache.

Im Jahr 1998 trat Deutschland der Europarats-Charta zum Schutz von Regional- und Minderheitensprachen bei. Besonders gefördert werden seitdem die Sprachen der Friesen, Dänen, Sorben und der Sinti und Roma sowie das im Norden verbreitete Plattdeutsch - etwa durch entsprechenden Schulunterricht, zweisprachige Ortsschilder oder durch Radio- und Fernsehsendungen. Trotzdem hatte der Europarat im vergangenen Jahr Alarm geschlagen: So werde etwa das Nordfriesische nur noch von rund 8000 Menschen gesprochen und sei daher akut vom Aussterben bedroht. (dpa)