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Freitag, 18.01.2013

BUND: Deutsche Agrarexporte schaden Kleinbauern und Umwelt

„Wir exportieren das Fleisch und die Gülle bleibt hier“, sagte Verbandschef Hubert Weiger auf der Grünen Woche.

Berlin. Mit ihren wachsenden Exporten in alle Welt richtet die deutsche Landwirtschaft aus Sicht des Umweltverbands BUND erheblichen Schaden an. „Wir exportieren das Fleisch und die Gülle bleibt hier“, sagte Verbandschef Hubert Weiger der Nachrichtenagentur dpa auf der Grünen Woche. In der Folge wachse die Stickstoffbelastung im Grundwasser, besonders in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wo die großen Geflügel- und Schweinemäster sitzen. Die Bestände würden immer größer und der Antibiotikaeinsatz steige. Zudem drängten die Deutschen mit ihrer Wirtschaftsweise Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern aus dem Markt.

Der Deutsche Bauernverband hatte die wachsenden Exporte im Vorfeld der weltgrößten Agrarmesse als Beitrag zum Klimaschutz und zur effizienten Welternährung gewertet. „Das ist absurd“, sagte Weiger. „Der Bauernverband blendet die Folgekosten aus.“ Weil hierzulande das Futter nicht reiche, werde Regenwald in Südamerika zerstört, um Sojafutter für deutsche Ställe zu produzieren, kleine Pächter würden dabei verdrängt.

In den Zielländern verhinderten deutsche Exporte, dass die Länder ihre eigene Ernährungswirtschaft voranbrächten und die eigenen Ressourcen nutzten. Als Beispiele nannte er die Ausfuhr von Geflügelresten nach Westafrika und von Milch nach Russland. „Man muss sich das mal vorstellen: Wir sind stolz, dass wir Nahrungsmittel nach Russland exportieren, eines der flächenreichsten Länder der Welt“, kritisierte Weiger.

„Das muss aufhören“, forderte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. „Wir dürfen nur für Europa produzieren.“ Anstelle der Grundsätze der „Agrarindustrie“ müsse die einfache Richtschnur gelten: „Ich halte nur so viele Tiere, wie ich auch durch meinen Boden ernähren kann.“ (dpa)

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