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Donnerstag, 07.12.2017

Bulldogge flüchtet in Streifenwagen

Bei einer Unfallaufnahme machte es sich der Rüde Lenni in dem Polizeiwagen gemütlich. Jetzt ist der Ex-Döbelner im Tierheim.

Der Hund fand die Rückbank des Polizeiautos zum Schnarchen.
Der Hund fand die Rückbank des Polizeiautos zum Schnarchen.

© Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Er stehe gut im Futter, sei nicht verwildert, lieb und umgänglich. „Eine runde Knutschkugel“, beschreibt Thomas Weigel, Schatzmeister beim Tierschutzverein Freiberg, der in der Bergstadt ein Tierheim betreibt, Fundhund Lenni. Schon fast Berühmtheit in der Region erlangt hat die Bulldogge aufgrund ihres Weges ins Tierheim.

Er machte es sich während einer Unfallaufnahme im Funkstreifenwagen der Polizei bequem. „Während einer der Polizisten den Verkehr an der Unfallstelle in Erdmannsdorf vorbei leitete, kam plötzlich eine Englische Bulldogge aus einem nahen Wald angetrottet und lief auf den Kollegen zu“, berichtet die Polizei im sozialen Netzwerk Facebook. Die Beamten hätten zunächst versucht, das Tier einzufangen, jedoch ohne Erfolg. Als eine Tür des Streifenwagens aufging, hopste der Rüde dort hinein und legte sich auf der Rückbank hin.

Die Polizisten begannen, den Besitzer ausfindig zu machen. Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass der Hund, laut seines Chips, aus Döbeln kommt. „Doch Lenni hatte längst einen neuen Besitzer. Die Spur führte also ins Leere“, so die Polizei. Weil die Beamten zum nächsten Einsatz mussten, wurde die Stadtverwaltung Augustusburg hinzugerufen. Doch Lenni wollte nicht in die Transportbox. Als die Beamten den Motor des Wagens starteten, schlief der Rüde wieder ein und „wurde ‚überwältigt‘“. Seit Montagnachmittag ist der Hund im Tierheim Freiberg.

Wie eine Mitarbeiterin des Augustusburger Ordnungsamtes informierte, habe sich auch ein Besitzer gemeldet. „Er sagt, der Hund gehöre seiner Ex-Freundin. Die Daten will er nicht rausgeben“, so die Mitarbeiterin. Der Mann solle sich nun im Tierheim melden. Zu wem die Bulldogge nun wirklich gehört, warum sie im Wald gewesen ist und wie es mit dem Rüden weitergeht, war am Donnerstag noch offen.

Auf Facebook haben sich schon einige Interessenten gemeldet, die den Hund aufnehmen würden. Aber so einfach gehe das nicht, macht Thomas Weigel vom Tierheim deutlich. Vermittelt werden könne der Hund erst, wenn es mindestens eine Woche keine Rückmeldung vom Besitzer gibt. Dann müssten Interessenten einen Fragebogen ausfüllen und der Hund komme dorthin, wo die Bedingungen passten, betont Weigel. „Bis zu sechs Monate nach der Fundtieranzeige kann der Besitzer seinen Anspruch auf das Tier geltend machen. Auch, wenn der Hund schon ein neues Zuhause hat“, so der Schatzmeister. Das komme jedoch nur ab und zu vor. (DA/mf)