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Samstag, 04.10.2014 Kolumne: Was soll das?

Bürger erster Klasse

Von Thomas Bärsch

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© dpa

Jedes Jahr zwischen Anfang Oktober und Mitte November bewegt die Meinungsforscher unserer Republik nur diese eine Frage: Fühlen sich Ost- und Westdeutsche anders als im vorigen Jahr zwischen Anfang Oktober und Mitte November? Das liegt daran, dass unser Befinden in diesem Zeitraum seit 23 Jahren zum Forschungsgegenstand wird. Genauer gesagt, geht es um die Frage, ob die Unterschiede zwischen Ossis und Wessis die gleichen sind wie immer.

Zurückblickend können wir heute sagen: Es gibt kaum einen Unterschied, der nicht schon untersucht worden wäre. Und in aller Regel fällt das Ergebnis zuungunsten von uns Ostdeutschen aus. Auf unseren Straßen sterben mehr Menschen als im Westen. Wir glauben weniger an Gott, aber mehr an Helene Fischer. Dennoch gibt es einen Lichtblick: Das Allensbach-Institut für Demoskopie fand jetzt heraus, dass sich immer weniger Ostdeutsche als Bürger zweiter Klasse fühlen. Die Deutsche Bahn regierte prompt auf diese Entwicklung und kündigte an, die Fahrpreise in der ersten Klasse um drei Prozent zu erhöhen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Siegfried Arnold

    Wir waren ostdeutsche Dresdner, sind es noch und werden es bleiben. Ubnsere Stadt ist keinen Zentimeter näher nach Westen, an Köln oder Stuttgart herangerückt. Es ist eine lange Fahrt dorthin - zu fremden Menschen, die anderes essen, über etwas anderes lachen und die wir nicht interessieren. Lasst uns ohne Häme Ostdeutsche bleiben! Wir sahen die Alpen, den Rhein, die Mosel, den Schwarzwald - zu Hause isses am schönsten. Wir wollen unsere Eigenheiten behalten, und die Unterschiede sind gut und richtig.

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