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Budissas Heimserie hält

Die Bautzener erkämpfen sich gegen spielstarken Berliner AK ein 1:1, bleiben daheim ungeschlagen. Franz Pfanne sieht Rot.

02.10.2017
Von Jürgen Schwarz

Heimserie hält
Max Gehrmann dringt in den Strafraum des Berliner AK ein und trifft zum 1:0 für Budissa Bautzen.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga Nordost. Die FSV Budissa Bautzen bleibt in der Fußball-Regionalliga Nordost auf der heimischen Müllerwiese ungeschlagen. Gegen den Berliner AK stand es nach einer kämpferisch starken Partie der Spreeestädter vor 372 Zuschauern am Ende 1:1 (1:1). Max Gehrmann (26.) und drei Minuten später Enes Küc erzielten die Tore.

„Für uns war das ein gelungener Nachmittag, auch wenn mit Franz Pfanne ein für uns eminent wichtiger Stammspieler die Rote Karte sah“, meinte Budissas Chefcoach Torsten Gütschow. Pfanne war in der 65. Minute nach einer Notbremse zurecht vom Platz geflogen. „Wir haben durchgängig mit Leidenschaft überzeugt. Sicher haben wir nicht die Möglichkeiten wie der BAK, aber ich bin in dieser Saison bisher sehr zufrieden. Meine Mannschaft lebt, alle im Verein und die Fans halten zusammen.“

Die Berliner gingen mit hohem Tempo ins Spiel, sorgten über Küc und Seref Özcan immer wieder für Gefahr. Die erste Chance verzeichnete aber Bautzen. Johann Weiß verzog nach einem Konterzug nur knapp (7.). Nur 120 Sekunden später lag die Führung für den BAK in der Luft, aber Can Beklan Coskun traf mit einem Freistoß aus großer Entfernung nur die Querlatte.

Die Führung der Gastgeber fiel dann doch etwas überraschend, denn Gehrmanns 20-m-Schuss schlug unhaltbar für BAK-Keeper Jakub Jakubov im Winkel ein. Nur drei Minuten später tauchte Küc allein vor Budissas Schlussmann Maik Ebersbach auf und markierte das 1:1. Der Ausgleich für die Hauptstädter war verdient, dennoch hätte Budissa zur Pause führen können. Der Schuss von Tony Schmidt landete nur am Pfosten (42.) – Ex-Budisse Jakubov war mit den Fingerspitzen noch am Leder.

In der zweiten Halbzeit drückten die Berliner auf das Siegtor, waren nach dem Platzverweis gegen Pfanne fast ausnahmslos am Drücker. Orhan Yildirim mit einem Freistoß (71.) und Felix Brügmann, der an Ebersbach scheiterte (84.), vergaben ihre Möglichkeiten zum Siegtor.

„Bautzen hat sich diesen Zähler mit sehr viel Leidenschaft verdient. Die Rote Karte war berechtigt, aber für uns gar nicht so gut“, meinte BAK-Coach Markus Zschiesche. „Man muss gegen zehn Leute einen Schritt mehr machen, um die Überzahl herzustellen. Das ist uns nicht so gut gelungen.“ Torsten Gütschow blickte da schon auf das Dienstagspiel: „Jetzt müssen wir sehen, wie wir personell klarkommen.“ Neben Pfanne wird auch Jonas Krautschick fehlen, der sich möglicherweise schwer verletzt hat und schon nach 36 Minuten vom Platz musste.

Berliner Woche für Budissa

Bereits am morgigen Dienstag werden die „Berliner Wochen“ für Budissa fortgesetzt. Die Bautzener sind ab 13.30 Uhr bei der Bundesliga-Reserve von Hertha BSC zu Gast. Gespielt wird im „Stadion auf dem Wurfplatz“, als Unparteiischer fungiert Patrick Kluge aus Greiz. Zwei Siege und zwei Niederlagen stehen für die Hertha-Bubis in der Heimbilanz zu Buche.

Die Berliner selbst schwärmen von ihrem guten 99er-Jahrgang. Fast logisch, dass Trainer Ante Covic etliche Youngster in seinen Kader, obwohl acht Spieler noch für die A-Junioren spielberechtigt sind. So verwundert es nicht, dass Hertha II mit einem Durchschnittsalter von 20,7 Jahren die mit Abstand jüngste Mannschaft in der Regionalliga Nordost stellt. Covic, der als Profi 134 Erst- und Zweitligaspiele bestritt, hat kein Problem damit, immer wieder ein neues Team auf den Weg zu bringen. Allein sechs seiner Schützlinge wechselten im Sommer zu Drittligavereinen. „Ich bin zufrieden, so schlecht kann die Nachwuchsarbeit bei Hertha nicht sein“, sagt der 42-Jährige.

Tabellarische Vorgaben gibt es nicht, „solange der Ligaverbleib gewährleistet ist“. In den letzten Jahren gelang dieses Vorhaben mit den Plätzen neun, zehn und sechs recht souverän. Ein absolutes Highlight für die jungen Herthaner ist zudem die Teilnahme am Premier League International Cup. „Ein Wahnsinns-Spektakel für meine Jungs“, sagt Covic. Im Vorjahr scheiterte die U23 erst im Viertelfinale, diesmal geht es in der Gruppenphase gegen die Nachwuchsteams von Legia Warschau, Leicester City und Sunderland.