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Budissa will die Heimserie ausbauen

Die Bautzener Regionalliga-Kicker sind auf der Müllerwiese noch ungeschlagen. Am Sonnabend kommt der Berliner AK.

29.09.2017
Von Jürgen Schwarz

ill die Heimserie ausbauen
Bautzens Offensivspieler Kevin Bönisch (Nr. 29), der hier den Meuselwitzer Gracjan Horoszkiewicz überläuft, will auch im fünften Heimspiel mit seiner Mannschaft punkten. Zu Gast in der Spreestadt ist der Berliner AK, bei dem Ex-Budisse Jakub Jakubov zwischen den Pfosten steht.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. In der Fußball-Regionalliga Nordost stehen bereits die Spieltage neun und zehn auf dem Programm. Die FSV Budissa Bautzen (12.) ist am Sonnabend ab 13.30 Uhr der Gastgeber für den punktgleichen Tabellenzehnten Berliner AK. Schon am 3. Oktober geht es dann mit der Auswärtspartie bei der Bundesliga-Reserve von Hertha BSC weiter. Geleitet wird die Heimpartie gegen den BAK von Marko Wartmann aus Großvargula (Thüringen). Der 37 Jahre alte Betriebswirt, der seit 1996 pfeift, hat bereits 113 Regionalliga- und Oberliga-Begegnungen geleitet und dabei acht Gelb-Rote sowie vier Rote Karten gezückt.

Nur vier Mannschaften im 18er-Feld blieben bisher ohne Heimniederlage. Dazu zählt auch die FSV Budissa, die zwei 1:0-Siege über die TSG Neustrelitz und die BSG Chemie Leipzig bejubelte sowie gegen den VfB Auerbach (0:0) und den VfB Germania Halberstadt (2:2) jeweils remis spielte. Verzichten muss Cheftrainer Torsten Gütschow erneut auf Tobias Heppner (Rotsperre) und wohl auch auf den erfahrenen Sepp Kunze. Definitiv fehlen werden Norman Kloß und Franz Hausdorf, die verletzt sind. Vor allem die Ausfälle von Heppner und Kunze sah Gütschow als einen Hauptgrund für die deutliche 0:5-Schlappe vor einer Woche beim BFC Dynamo an. „Wir sind nicht so breit besetzt, dass wir die Ausfälle derart wichtiger Stützen ohne Probleme ausgleichen könnten.“

Torhüter Jakubov kehrt zurück

Ein Gäste-Spieler dürfte besonders viel Applaus im Stadion Müllerwiese einheimsen: Torhüter Jakub Jakubov. Der tschechische 1,94-m-Riese war von 2014 bis 2016 die uneingeschränkte Nummer eins bei Budissa, bestritt 62 Viertligapartien für Bautzen. In der Jugend in Österreich aktiv, wechselte Jakubov im Vorjahr zum Berliner AK. Das Ziel war klar: Mehr Geld verdienen und der Aufstieg in die 3. Liga. Doch dann kam alles ganz anders. In der Endabrechnung wurde der BAK nur Sechster und kam 20 Punkte hinter Jena ins Ziel. Trainer Steffen Baumgart war schon nach fünf Spielen beurlaubt worden. Auch Nachfolger Jörg Goslar schaffte es nicht bis zum letzten Spieltag, Abu Njie arbeitete dann als Interimscoach.

Seit dieser Saison sitzt Markus Zschiesche beim BAK auf dem Trainerstuhl. Der 35-Jährige war als Profi u. a. für den SC Paderborn, Union Berlin und Türkiyemspor aktiv. Beim BAK leitete er eine Verjüngungskur ein, für die er aufgrund seiner Erfahrungen als Nachwuchscoach zwischen 2014 und 2017 bei Energie Cottbus und Tennis Borussia Berlin wie geschaffen scheint. Vor einer Woche demonstrierte seine Mannschaft gegen den souveränen Spitzenreiter Energie Cottbus (0:1) ihre Leistungsstärke. Für einen Eklat hatte vor dem Spiel allerdings der Stadionsprecher gesorgt und angekündigt, Cottbus trete mit „elf Söldnern“ an. Zwei Tage später war der gute Mann seinen Job beim BAK los.

Am Mittwoch trafen sich die NOFV-Vereine der Regionalliga Nordost und der 3. Liga in Brandenburg/Havel, um über die geplanten Spielklassenstrukturen zu beraten. Auch Budissas Geschäftsführer Sven Johne war vor Ort. Die Einführung einer 4. Liga unter qualitativen und quantitativen Gesichtspunkten wird demnach als nachhaltige Lösung angestrebt. „Eine zwei- oder dreigleisige 4. Liga als DFB-Spielklasse mit nachfolgenden bewährten Regionalstrukturen trägt zugleich der leistungsorientierten Entwicklung des Fußballsports in Deutschland Rechnung“, heißt es in einer Erklärung der Vereine, die mit „Anstoß Nordost“ überschrieben ist. Bezogen auf die aktuell vorliegenden Modelle zu kurzfristigen Anpassungen der bestehenden Strukturen der Regionalligen sowie der derzeitigen Auf- und Abstiegsregelungen votieren die Vereine mehrheitlich für ein Modell mit fünf Regionalligen, von denen drei Meister direkt in einem rotierenden System aufsteigen. Der vierte Aufsteiger sollte dann in Relegationsspielen ermittelt werden. „Die NOFV-Vereine weisen ausdrücklich darauf hin, dass jegliche derzeit diskutierten Modellvorschläge nur als Übergangslösungen auf dem Weg zu einer grundsätzlichen Strukturanpassung verstanden werden können“, heißt es abschließend.