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Budissa verspielt Führung

Bautzen verliert bei den Hertha-Bubis mit 1:3 und fällt auf Rang 14 zurück. Cottbus schafft bei Lok nur eine Nullnummer.

05.10.2017

erspielt Führung
Verbissener Zweikampf – doch nicht alle Zuschauer schauen hin. Der Bautzener Pavel Patka (rechts) versucht Fabio Mirbach vom Hertha BSC II den Ball streitig zu machen.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Am 10. Spieltag der Fußball-Regionalliga verlor Budissa Bautzen nach einer Pausenführung bei Hertha BSC II mit 1:3. Der FC Oberlausitz holte in Fürstenwalde einen Punkt (2:2). Die Neugersdorfer stehen mit 13 Zählern auf Rang elf der Tabelle, die Spreestädter, die zwölf Punkte bisher holten, fielen auf Platz 14 ab. Spitzenreiter Energie Cottbus musste sich nach neun Siegen in Folge mit einem 0:0 beim 1. FC Lok Leipzig (3.) begnügen, baute seinen Vorsprung aber auf neun Zähler aus, da Verfolger BFC Dynamo zu Hause überraschend gegen den ZFC Meuselwitz mit 1:2 verlor.

Trotz erheblicher Personalsorgen – Franz Hausdorf, Jonas Krautschick und Norman Kloß verletzt, Tobias Heppner und Franz Pfanne gesperrt – spielte Budissa in Berlin vor 391 Zuschauern zunächst couragiert auf. Das erste Offensivsignal setzten zwar die jungen Herthaner (6./Fabio Mirbach), aber Tony Schmidt hatte die große Chance zur Führung, doch der Berliner Keeper Leon Brüggemeier konnte parieren (18.). Acht Minuten später schloss Jonas Mack einen Konter über Max Gehrmann entschlossen zur Gäste-Führung ab. Hertha verpasste in der 38. Minute durch Tahsin Cakmak den Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit zogen sich die Budissen zu weit zurück, obwohl Mack durchaus eine lukrative Schussposition verzeichnete, aber sein Schuss über die Querlatte flog (48.). Kurz danach scheiterte Mirbach an Budissas Torhüter Maik Ebersbach (55.), ehe Maik Haubitz per Freistoß den verdienten Ausgleich markierte (63.). Die Bautzener standen in der Schlussphase fast ausnahmslos am und im eigenen Strafraum. Maximilian Pronichev scheiterte mit einem Kopfball an Ebersbach (70.), aber die Hoffnung der Gäste auf einen Punktgewinn machte der 19 Jahre alte Berliner dann doch noch zunichte und ließ sich als Doppel-Torschütze feiern (80., 83.). „Bis zur Pause war unser Plan sehr gut aufgegangen, aber im zweiten Abschnitt haben wir uns zu tief hinten eindrängen lassen“, konstatierte Budissas Chefcoach Torsten Gütschow. Beim nun anstehenden Pokalspiel in Krostitz wird er nach anstrengenden „Berliner Wochen“ sicher den einen oder anderen Anschlusskader von Beginn an spielen lassen.

Kirsten hält Leipziger Punkt fest

Im altehrwürdigen Leipziger Bruno-Plache-Stadion sahen 5 589 Zuschauer zwar keine Tore, aber ein packendes Duell, bei dem Cottbus nach der Pause deutlich den Ton angab. „Wir haben offen verteidigt und ich bin rundum stolz und zufrieden. Viel mehr war heute nicht drin“, resümierte Lok-Trainer Heiko Scholz nach der Nullnummer gegen Energie. Nicht ganz so euphorisch war der Cottbuser Coach Claus-Dieter Wollitz: „Wir haben nach 30 Minuten komplett das Kommando übernommen, hätten aber wesentlich mehr aus unseren Standards machen müssen.“

Bester Leipziger war Torhüter Benjamin Kirsten, der mehrfach glänzend parierte und den Punkt für die „Loksche“ festhielt. „Wir waren über die gesamte Distanz gut im Spiel, haben offensiv agiert, obwohl wir aufgrund von Verletzungen und Sperren ohne Stürmer auskommen mussten“, meinte der Neugersdorfer Trainer Vragel da Silva nach dem Remis in Fürstenwalde. „Mit dem Punkt bin ich zufrieden, auch wenn für uns mehr drin war.“ Da Silva dachte dabei sicher auch an den vom tschechischen Oldie Vachousek vergebenen Foulelfmeter. Der 38-Jährige scheiterte am starken Union-Keeper Oliver Birnbaum (32.). Vor 454 Zuschauer hatten die Gäste vor der Pause mehr vom Spiel, aber zunächst traf Filip Krstic aus Nahdistanz zum 1:0 für die Gastgeber (40.). Praktisch im Gegenzug glich Paul-Georg Becker nach Zuspiel von Hannes Mietzelfeld aus.

Letztgenannter brachte den FCO nach dem Wechsel sogar mit einem 16-m-Schuss in Führung (57.). In der Folgezeit verpassten es die Neugersdorfer mehrfach, den (entscheidenden) dritten Treffer zu markieren. Tobias Gerstmann und Mietzelfeld verzeichneten die besten Chancen. So kam es, wie es kommen musste. Die von Ex-Dynamo-Coach Matthias Maucksch trainierten Unioner setzten alles auf eine Karte und kamen durch einen tollen Freistoß von Martin Zurwasky (75.) zum 2:2. Am Ende mussten die Gäste froh sein, dass Fürstenwalde nicht noch ein drittes Mal traf. „Der FCO hat sehr viel Qualität im Kader, aber wir haben mit viel Einsatzwillen dagegengehalten. Ich freue mich über den Punkt“, so Maucksch.

Bautzen: Ebersbach – Barnickel, Hoßmang, Patka, Kunze – Rosendo (66. Hänsch), Mack (57. Müller) – Weiß, Gehrmann – Bönisch (73. Milde), Schmidt.