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Montag, 30.04.2018

Budissa mit Befreiungsschlag

Maik Ebersbach fliegt nach einer Notbremse vom Platz, aber in Unterzahl markiert Pavel Patka in Nordhausen das Siegtor.

Von Jürgen Schwarz

Kopfballduell im Mittelfeld zwischen dem Bautzener Tobias Heppner (links) und Tobias Becker aus Nordhausen. Am Ende gewann Budissa das umkämpfte Auswärtsspiel in Unterzahl knapp mit 1:0.
Kopfballduell im Mittelfeld zwischen dem Bautzener Tobias Heppner (links) und Tobias Becker aus Nordhausen. Am Ende gewann Budissa das umkämpfte Auswärtsspiel in Unterzahl knapp mit 1:0.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Budissa Bautzen kann den Klassenverbleib in der Fußball-Regionalliga Nordost aus eigener Kraft schaffen! Mit einem 1:0 (0:0)-Sieg in Nordhausen kletterte die Mannschaft von Cheftrainer Torsten Gütschow in der Tabelle auf Rang 14. Vor 557 Zuschauern im Albert-Kuntz-Sportpark erzielte Pavel Patka in der 62. Minute das Tor des Tages. Zu diesem Zeitpunkt spielte Budissa bereits in Unterzahl. Schiedsrichter Robert Wessel aus Berlin hatte Torhüter Maik Ebersbach nach einer Notbremse mit „Rot“ vom Platz gestellt (57.).

Gütschow sagte nach dem Abpfiff: „Wir hatten uns viel vorgenommen, denn wir brauchten diese drei Punkte dringend. Was nach der Roten Karte passiert ist, nötigt mir den höchsten Respekt ab. Meine Jungs haben alles reingehauen und am Ende auch verdient gewonnen.“ Der auffälligste Spieler auf dem Platz war zu Beginn der Partie der Ex-Dresdner Oliver Genausch. Nach einer Flanke von Tim Häußler köpfte er knapp daneben (6.) und in der 19. Minute scheiterte er mit einem straffen Schuss an Budissas Keeper Maik Ebersbach.

Die Bautzener legten erst einmal viel Wert auf ihre Grundordnung und setzten das taktische Defensiv-Konzept ordentlich um. Nach vorn passierte allerdings zu wenig. Erst nach 29 Minuten fasste sich Kevin Bönisch ein Herz, aber das Leder landete genau in den Armen von Wacker-Schlussmann Tino Berbig. Der 37 Jahre alte Torwart stand 2006/07 im Kader von Dynamo Dresden und wird auch über die Saison hinaus aktiv bleiben. Sekunden vor dem Pausenzeichen musste Berbig dann sein ganzes Können demonstrieren, um einen Distanzschuss von Paul Milde zu parieren (45.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte sich Tony Schmidt mit einer verheißungsvollen Offensivaktion, ehe in der 57. Minute der Knackpunkt der Partie folgte. Budissas Torhüter Maik Ebersbach sah nach einer Notbremse gegen Nils Pichinot die Rote Karte. Gütschow musste wechseln, nahm Jonas Mack für Ersatzkeeper Jan Schulz vom Feld. Der 20-Jährige führte sich prächtig ein und parierte den fälligen Freistoß von Joy-Lance Mickels glänzend. Erst nach der Winterpause war der 1,85 Meter große Youngster als Nummer zwei aufgerückt, weil Marke Große den Verein in Richtung VfR Garching verlassen hatte. Selbst Wacker-Coach Volkan Uluc war begeistert: „Aus der Kalten so eine Parade hinzulegen, das ist wirklich stark.“

Wer nach dem Platzverweis glaubte, die Thüringer würden zum Sturmlauf ansetzen, staunte nicht schlecht. Plötzlich entdeckten die Budissen ihre Offensivkraft. Martin Hoßmangs Schuss wurde noch abgefälscht (60.), nur 120 Sekunden jagte Pavel Patka den Ball zum 1:0 in die Maschen. Der agile Milde verpasste schließlich mit einem Pfostenschuss die Vorentscheidung zugunsten der Spreestädter (76.).

„Wir haben es jetzt selbst in der Hand“, war Gütschow nach dem dritten Auswärtssieg erleichtert. Immerhin war es die ersten Punkte für Bautzen in einem Regionalliga-Gastspiel in Nordhausen. In der Tabelle hielt Budissa den Tabellen-15. Altglienicke (5:2 gegen Neustrelitz) auf Zwei-Punkte-Distanz. Chemie Leipzig (16.) kam in Neugersdorf nur zu einem 0:0. Neustrelitz (17.) kann Bautzen nicht mehr erreichen und Luckenwalde (18.) ist bereits abgestiegen.

Budissa spielte mit: Ebersbach – Kunze, Patka, Hoßmang, Heppner, Bönisch (65. Müller), Mack (59. Schulz), Hausdorf, Milde (87. Weiß), Schmidt und Pfanne.