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Samstag, 06.02.2016

Brummender Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft in Sachsen brummt. Die Arbeitslosigkeit geht zurück. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen für einen sicheren Job als Angestellter - und nicht für eine riskante Existenzgründung.

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Broschüren des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zum Thema Existenzgründung.
Broschüren des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zum Thema Existenzgründung.

© dpa

Dresden. Immer weniger Sachsen suchen ihr Glück in wirtschaftlicher Selbstständigkeit. Wenn es auf dem Arbeitsmarkt gutlaufe, sinke die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen, sagte der Sprecher der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. 2014 seien von rund 2,02 Millionen Erwerbstätigen in Sachsen rund 227 700 selbstständig gewesen. 2012 waren es 233 400. Zahlen von 2015 gab es noch nicht.

Nach Angaben des Sächsischen Existenzgründer-Netzwerks (SEN), das jährlich einen Gründerreport herausgibt, ist die Zahl der Existenzgründer seit 2007 rückläufig. 2014 sei sie - verglichen mit 2013 - um 4 Prozent auf 11 181 zurückgegangen. „2015 sind es bestimmt noch weniger“, mutmaßt der Sprecher der IHK Dresden und des SEN, Lars Fiehler.

Gründe dafür seien nicht nur die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und der demografische Wandel, sondern auch bürokratische Hürden und immer neue Gesetze. Innovative Ausgründungen, etwa aus Universitäten, seien eher selten. Pflegedienste hingegen boomten. Diese hätten bei der Gründung die Unternehmensberatern, Immobilien- und Finanzmaklern überflügelt.

Existenzgründungen aus Arbeitslosigkeit heraus sind hingegen seit 2012 nahezu stabil geblieben. Laut Landesarbeitsagentur wurden im vergangenen Jahr 1 642 Männer und Frauen als Existenzgründer finanziell unterstützt, die zuvor arbeitslos waren. Während der Finanzkrise der Jahre 2008 bis 2010 lag die Zahl bei jährlich 7 500 bis 8 000.

Im Januar diesen Jahres wurden 1 467 Arbeitslose in Richtung Existenzgründung gefördert. Hinzu kommen 188 Männer und Frauen, die sich aus Hartz IV selbstständig gemacht haben.

Existenzgründungen gibt es den Experten zufolge vor allem in den Bereichen Handel, Dienstleistungen, bei den freiberuflichen Tätigkeiten, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bau und im Gastgewerbe. Und die Motive? Viele Gründer wollten ihr eigener Chef sein, heißt es aus der Bundesagentur für Arbeit. Es gehe aber auch um einen höheren Verdienst, die Verwirklichung eigener Ideen oder eben auch die Beendigung von Arbeitslosigkeit.

„Solo“-Selbstständige gebe es zunehmend in fast allen Bereichen - von einfachen Reinigungsberufen bis zum anspruchsvollen Psychologen, hieß es. Von 2003 bis 2006 hatte die Bundesregierung die sogenannten Ich-AG’s kreiert, um Arbeitslosen den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen. Damals hatten laut Agentur 35 337 Menschen in Sachsen davon Gebrauch gemacht. Wie viele davon bis jetzt durchgehalten haben, ist nicht bekannt.

Für die Arbeitsagentur ist die Förderung von Existenzgründungen nach eigenen Angaben „sehr effektiv“. Etwa 80 Prozent der Geförderten seien nach zwei Jahren noch immer aktiv und erwirtschafteten sich ein existenzsicherndes Einkommen. In etwa jedem dritten Fall hätten die Gründer mindestens eine weitere Stelle geschaffen, hieß es.

Laut dem Gründungsmonitor der Förderbank KfW - der Kreditanstalt für Wiederaufbau - kommt Sachsen für die Jahre 2009 bis 2014 auf eine Gründerquote von 1,37 Prozent. Das heißt, dass im Schnitt jedes Jahr 13,7 von 1 000 Einwohnern im Alter von 18 bis 64 Jahren eine Firma an den Start brachten. Sachsen liegt damit bundesweit auf dem 11. Platz. Die Rangliste wird von den Stadtstaaten Berlin und Hamburg angeführt, gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. P. Lehmann

    Das einzige was hier "brummt" ist wahrscheinlich der Schädel eines Ihrer Praktikanten aus zu gut situierten Kreisen. Wie lang wollen Sie eigentlich diesen völlig der Realität entbehrenden Schwachsinn noch hier ausbreiten??!!

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