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Mittwoch, 14.02.2018

Brückenneubau auf der B 6 geplant

Großharthaus wichtigste Brücke über die Bahn muss durch eine neue ersetzt werden. Dafür laufen die Vorbereitungen.

Diese Brücke in Großharthau überspannt die Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und Bischofswerda. Der bauliche Zustand ist schlecht. Außerdem ist das 1959 errichtete Bauwerk der jetzigen Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen.
Diese Brücke in Großharthau überspannt die Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und Bischofswerda. Der bauliche Zustand ist schlecht. Außerdem ist das 1959 errichtete Bauwerk der jetzigen Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen.

© Steffen Unger

Großharthau. Note 3,0. Anders, als wir in der Schule lästerten, die Drei sei die Eins des kleinen Mannes, lässt eine glatte Drei Brückenprüfer aufhorchen. Denn diese Note sagt, dass das betreffende Bauwerk in einem schlechten Zustand ist. Die jüngste Brückenprüfung der Großharthauer Bahnüberführung auf der B 6 brachte das Ergebnis 3,0. „Es gibt umfangreiche Betonschäden im Überbau. Die zulässige Tragfähigkeit entspricht nicht mehr heutigen Vorschriften“, sagte Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Anfrage der SZ. Aus diesem Grund plant die Landesbehörde einen Neubau der Brücke. Denn die bisherige zu sanieren, wäre unter diesen Voraussetzungen nicht wirtschaftlich.

Voraussichtlich noch drei Jahre wird die jetzige Brücke gebraucht. Die neue soll nach derzeitigem Stand in der Zeit vom Mai 2020 bis März 2021 errichtet werden. Zuvor müssen noch die betroffenen Grundstückseigentümer dem Verkauf von Land zustimmen. Damit die Bundesstraße 6 als wichtige Lebensader der Region nicht für zehn Monate gesperrt werden muss, wird die neue Brücke neben der bestehenden gebaut, und zwar in Fahrtrichtung Dresden.

Bundesstraße bleibt befahrbar

Während des Brückenbaus bleibt die Bundesstraße befahrbar. Nur wenn die Anschlüsse zwischen Straße und Brücke hergestellt werden, soll es eine kurzzeitige Straßensperrung geben. Die neue Brücke wird etwa um 25 Zentimeter höher als die jetzige sein. Denn gebaut wird natürlich mit Blick auf eine künftige Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Dresden – Görlitz, die die Brücke überspannt. Das Lasuv rechnet mit Baukosten von 3,7 Millionen Euro.

Jede Brücke wird im Abstand von sechs Jahren einer Hauptprüfung durch speziell ausgebildete Prüfingenieure unterzogen. Dabei werden alle Bauteile geprüft. Drei Jahre danach erfolgt jeweils eine einfache Prüfung. Bei den jährlich durchzuführenden Besichtigungen kontrollieren die zuständigen Straßen- und Autobahnmeistereien die Bauwerke. Außerdem erfolgen zweimal jährlich Beobachtungen im Hinblick auf augenscheinliche Schäden. Alle Ergebnisse werden für jede einzelne Brücke nach festen Vorgaben dokumentiert. Im Ergebnis der Prüfung gibt es Zustandsnoten von 1 (sehr gut) bis 4 (ungenügend). Diese Zustandsnoten bilden für die Verkehrsbehörden die Grundlage für die weitere Investitionsplanung.

Die Brücke in Großharthau ist 1959 gebaut und in den Jahren 1991 und 1999 teilweise saniert worden. Experten geben Straßenbrücken dieser Größe eine Lebensdauer von 70 bis 80 Jahren. Allerdings hat in den vergangenen 30 Jahren der Straßenverkehr bedeutend zugenommen. (SZ/ir)