erweiterte Suche
Samstag, 24.03.2018

Briefeinwurf zählt nicht zu Arbeitsweg

Wer auf dem Nachhauseweg aus dem Auto steigt, um einen privaten Brief einzuwerfen, unterbricht seinen Arbeitsweg. Hat er dann einen Unfall, genießt er aber nicht den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Sächsischen Landessozialgerichts. Der Fall: Eine Frau fuhr mit ihrem Wagen von der Arbeit nach Hause. Sie hielt an, um einen privaten Brief einzuwerfen. Beim Aussteigen stürzte sie unglücklich, wobei ihr Auto über ihren linken Fuß rollte. Die Unfallversicherung lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab.

Das Urteil: Das Landessozialgericht in Chemnitz gab der Versicherung recht, da die Frau ihren versicherten Heimweg durch eine private Tätigkeit unterbrochen habe. Zwar gebe es den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz noch, wenn die Unterbrechung „zeitlich und räumlich nur ganz geringfügig“ ist und einer Verrichtung diene, die im „Vorbeigehen“ erledigt werden könne. Dies sei hier aber nicht der Fall gewesen. (dpa)

Aktenzeichen: L 2 U 124/15