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Montag, 05.06.2017

Bratpfannen auf Kunstwerke

Am Pfingstmontag konnten Dresdner „Wutbürger“ ihren Gefühlen gegenüber der Kunst auf dem Neumarkt freien Lauf lassen. Die Aktion hat das Lügenmuseum Radebeul initiiert.

Die Skulptur „Denkmal für den permanenten Neuanfang“ steht seit Ende April auf dem Dresdner Neumarkt.
Die Skulptur „Denkmal für den permanenten Neuanfang“ steht seit Ende April auf dem Dresdner Neumarkt.

© dpa

Dresden. Wiederholt haben Dresdner „Wutbürger“ aus dem Umfeld der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung gegen Kunstwerke auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche gepöbelt. Am Pfingstmontag konnten sie auf Einladung eines Festivals ganz offen ihren Gefühlen freien Lauf lassen.

„In letzter Zeit werden in Dresden gern mal Kunstwerke mit Kochgeschirr beworfen. Die WuKaMenta möchte sich diesem neuen Trend in der Kunstkritik anschließen und bietet deshalb am Pfingstmontag einen Service für Besucher, um ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen: Bratpfannenwerfen auf ein Kunstwerk ihrer Wahl“, luden die Organisatoren der „Wunderkammer-Festspiele“ (WuKaMenta) ein. Dahinter verbirgt sich das trashige Lügenmuseum Radebeul.

Eine Stunde nach Beginn der Aktion hatte sich aber noch niemand getraut. Nach Angaben des Festivals standen am Pfingstsonntag rund 4 000 Besucher exakt sieben Wutbürgern gegenüber, die ihr Unverständnis über derlei Kunst offenbarten. Richard von Gigantikow, künstlerischer Leiter der WuKaMenta, hatte nach der Premiere 2016 dieses Mal 33 Künstler eingeladen.

Unter dem Motto „Anders leben, aber wie?“ wollen sie noch bis zum 15. Juni auf dem Neumarkt durch die „kreative Kraft von Spiel, Konfrontation und Reibung“ gemeinsam mit Besuchern neue Kunst entstehen lassen, darunter Performances. Für Touristen wurde ein „Postkartenschreibservice“ eingerichtet. (dpa)