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Donnerstag, 02.11.2017

Brand in Asylbewerberheim

In einer Unterkunft in Meißen ist am frühen Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Der Staatsschutz ermittelt.

Die Asylunterkunft an der Leipziger Straße in Meißen.
Die Asylunterkunft an der Leipziger Straße in Meißen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Nach einem Brand am frühen Donnerstagmorgen in einer Asylunterkunft in Meißen hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Wie das Landeskriminalamt mitteilte, war in der Nacht im Erdgeschoss der Einrichtung ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei gehe derzeit von möglicher Brandstiftung aus.

Durch das schnelle Eingreifen zweier Bewohner konnten die Flammen gelöscht werden. Personen seien nicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Über die Höhe des Sachschadens konnten keine Angaben gemacht werden. Die Ermittler suchen nun nach Zeugen.

Die Unterkunft sollte nach Plänen des Landratsamtes Meißen bis Ende des Jahres geschlossen werden. Mehrfach war das Haus zuvor durch Drogenfunde in den Fokus der Polizei geraten. Der jüngste Fall liegt nur drei Monate zurück. Damals machten die Beamten einen 44-jährigen Tunesier dingfest, der Drogen verkauft hatte. Bereits 2016 hatte die Polizei bei Kontrolle zweier Wohnungen in der Herberge 280 Gramm Haschisch sowie 44 Gramm Ecstasy-Tabletten sichergestellt.

Der Brand vom Donnerstagmorgen ist nicht der erste in einem Asylbewerberheim in der Stadt. Im Juni 2015 drangen zwei Meißner in das als Asylbewerberunterkunft vorgesehene, aber noch nicht genutzte Wohngebäude Rauhentalstraße 14 in Meißen gewaltsam ein, verteilten einen Brandbeschleuniger und entzündeten diesen in einer Wohnung im ersten Obergeschoss, um das Gebäude in Brand zu setzen. Dieser Raum brannte komplett aus. Weiterhin versuchten sie, eine Wohnungstür im Erdgeschoss mittels Brandbeschleuniger in Brand zu setzen. Das Gebäude war hierdurch unbewohnbar.

Die beiden Meißner Brandstifter Daniel Z. (41) und Eric P. (38) wurden schließlich im April 2016 wegen vorsätzlicher Brandstiftung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu Freiheitsstrafen von jeweils drei Jahren und acht Monaten verurteilt. (SZ/mit dpa)