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Donnerstag, 30.07.2009

Brand bei Ex-NPD-Politiker: Angeblich war’s sein Hund

NIEDER-SEIFERSDORF - Flammenhölle beim rechtsextremen Landtagsabgeordneten Klaus-Jürgen Menzel (69, fraktionslos): Gegen 21.30 Uhr verbrannten in seinem Wohnhaus in Nieder-Seifersdorf (Landkreis Görlitz) zahlreiche Akten und Papiere. Seltsam: Mitten im Sommer heizte der Ex-NPD-Politiker seinen Ofen. Dann soll sein Hund das Ofenrohr runtergerissen haben und so das Feuer gelegt haben. „Bestreiten“ kann der Bullterrier das nicht mehr - er starb an Rauchvergiftung!

Von Thomas Fischer

Sieben Feuerwehren ras-ten am Abend nach Nieder-Seifersdorf, denn das baufällige Wohnhaus des rechten Abgeordneten Klaus-Jürgen Menzel stand in Flammen. „Ich kam gerade mit zwei Eimern vom Äpfelpflücken“, so Menzel. „Da wehten mir im Treppenhaus Rauchschwaden entgegen. Viele Unterlagen aus zehn Jahren politischer Arbeit wurden durch die Flammen vernichtet.“ Das Wohnzimmer brannte völlig aus.

Brandermittler vom Landeskriminalamt inspizierten nach den Löscharbeiten den Tatort. Polizeisprecher Uwe Horbaschk (43): „Wir ermitteln wegen Brandstiftung.“ Unter vorgehaltener Hand wird gemunkelt: Der gerichtsbekannte Politiker (wegen Tragens einer Waffe im Landtag verurteilt - daher auch Name „Knarren-Menzel“) könnte selbst das Feuer gelegt haben, vermutlich um Unterlagen zu vernichten.

„Es laufen noch zwei Verfahren gegen ihn“, so Jan Hille (44) von der Staatsanwaltschaft Dresden. „Zum einen wegen uneidlicher Falschaussage und zum anderen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.“ Entscheidende Beweise sehen die Ermittler durch das Feuer nicht vernichtet.

Aber auch ein technischer Defekt am Ofen kann noch nicht (endgültig) ausgeschlossen werden. Die Kripo muss nun erst mal klären, warum der 69-Jährige bei 17 Grad (Tiefsttemperatur) heizte.