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Montag, 19.06.2017

Bosch errichtet neues Halbleiterwerk in Dresden

700 Beschäftigte sollen Chips für das Internet der Dinge und neue Anwendungen in der Mobilität produzieren. Produktionsstart ist voraussichtlich Ende 2021.

Von Nora Miethke

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Der Produktionsstart des neuen Halbleiterwerks in Dresden ist voraussichtlich Ende 2021 geplant.
Der Produktionsstart des neuen Halbleiterwerks in Dresden ist voraussichtlich Ende 2021 geplant.

© dpa

Dresden. Mit einer Milliardeninvestition sorgt der Bosch-Konzern dafür, dass das Pegida-geplagte Dresden wieder mit einer tollen Nachricht überregional in die Schlagzeilen kommt. Das Technologie-Unternehmen will ein Chipwerk errichten, in dem Halbleiter auf der Basis der 300-Millimeter-Technologie produziert werden sollen, die für Anwendungen in der Mobilität und im Internet der Dinge bestimmt sind. Das Werk soll an einem Standort im Norden von Dresden entstehen - wo genau teilte das Unternehmen nicht mit.

Der Bau soll bis 2019 abgeschlossen sein. Der Produktionsstart ist nach einer Anlaufphase voraussichtlich Ende 2021 geplant. In der letzten Ausbaustufe sollen in dem Chipwerk 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Investitionssumme liegt bei einer Milliarde Euro.

„Die neue Fertigung für Halbleiter ist die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch“, sagt Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Der der Erweiterung der Fertigungskapazitäten für Halbleiter will sich Bosch für die Zukunft wappnen. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers legt der globale Halbleitermarkt allein bis 2019 jährlich um mehr als fünf Prozent zu. Besonders stark wachsen die Marktsegmente Mobilität und Internet der Dinge.

Damit entsteht nach fast 20 Jahren wieder ein neues Chipwerk in Deutschland. Den letzten Halbleiterfabrik-Neubau errichtete AMD 1999 in Dresden, die Fab30. Für den Zuschlag für die sächsische Landeshauptstadt gab es vor allem drei Gründe: Erstens will das Bundeswirtschaftsministerium die Errichtung und Inbetriebnahme des Chipwerks finanziell fördern. Eine Förderquote bis maximal 30 Prozent der Investitionssumme ist möglich. Voraussetzung ist dafür die Genehmigung der Europäischen Kommission. Zweitens ist Dresden bekannt für sein Mikroelektronik-Cluster „Silicon Saxony“, das das größte in Europa ist. Zudem soll die Stadt im Rahmen der „Digital Hub Initiative“ der Bundesregierung zu einem Ökosystem für das Internet der Dinge entwickelt werden, was die Ansiedlung für Bosch attraktiv macht.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bedankte sich bei der gemeinsame Bekanntgabe der Investitionsentscheidung heute in Berlin „für das Vertrauen in den Standort, seine Mitarbeiter und die sächsische Innovationskraft“. Neuartige Produkte für das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 seien die wichtigsten Themen in der europäischen Industrie, so Tillich.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 17 Kommentare

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  1. engasser

    Es muss heißen "(...), das das größte in Europa ist." (Relativsatz) Interessant wäre noch zu wissen, wo das Werk entsteht.

  2. smoky

    Na dann mal los... wobei: "vorbehaltlich Genehmigung EU.." als Dresdner weiß man so langsam, was es bedeutete, wenn Genehmigungen noch ausstehen, wenn "Formfehler" begangen wurden, usw. Also erst mal ganz vorsichtig ein bisschen freuen... @1: ????

  3. Neubau

    Na, dann können sich ja jetzt die üblichen Hamster- und schneckenzähler, "Umwelt"vereine und sonstigen Berufs-Verhinderer in die Spur machen. Immerhin soll ja in Dresden INDUSTRIE neu aufgebaut werden. Irgendetwas wird doch zu finden sein um diese gute und wichtige Investition zu verhindern. Viel Spass BOSCH - habt Ihr Euch das im GRÜN-Linken Dresden gut überlegt??

  4. Richter

    @3, das haben die sich gut überlegt, da dann diese Verhinderer längst aus dem Stadtrat gefegt sind udn die Bürgerschaft die Macht übernommen hat. das muss schließlich gefeiert werden!

  5. RS

    @3+4: Schämt ihr euch nicht? Dieser Stadtrat wurde immerhin von der Mehrheit aller Dresdner gewählt. Warum spukt ihr den Dresdner so ins Gesicht? Zumal es eben Gründe gab, die von Schwarz-Gelb hofierten Heuschrecken abzuwehren, um die Mietexplosion, die architektonische Vermüllung, den bevorstehenden Verkehrsinfarkt und den Filz der Lobbyparteien zu beseitigen. Vieles von dem jetzigen Ärger ist ein jahrzehntealtes Erbe von Schwarz-Gelb und nicht der letzten Jahre. Aber damit hat der Beitrag nichts zutun. Hier geht es um die Erweiterung eines vorhandenen Standorts. BOSCH ist jetzt schon ein guter und fester Arbeitgeber in Dresden. Darum kann man diesen Schritt nur befürworten.

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